Feierlaune etwas getrübt

Kommentar: Merck-Konzern wird 350 Jahre alt

Der Merck-Konzern hat allen Grund zum Feiern: Seit 350 Jahren sind die Darmstädter eine feste Größe auf dem Pharmamarkt und das älteste Chemieunternehmen Deutschlands. Von Achim Lederle

Zwar werden im Jubiläumsjahr wohl nicht die Ergebnisse wie 2017 erreicht, als das Unternehmen von Steuersenkungen in den USA profitierte und den Gewinn um fast 60 Prozent steigern konnte. Aber ein moderates Umsatzplus haben die Südhessen in jedem Fall fest im Blick. Mit geschickten Zukäufen wie dem Biotech-Konzern Serono oder der E-Commerce-Plattform Sigma-Aldrich hat das Traditionsunternehmen, das sich immer mehr als Wissenschafts- und Technologiekonzern etabliert, in den vergangenen Jahren seine Position auf dem Weltmarkt stabilisiert.

Also alles im grünen Bereich bei Merck? Leider nicht! Mit der Hängepartie um die Abspaltung der Sparte für rezeptfreie Medikamente wie Nasensprays und Vitamine sorgt Merck auch im Jubiläumsjahr für Verunsicherung bei der Belegschaft. Bereits im Herbst 2017 wurde angekündigt, den Geschäftsbereich auf den Prüfstand zu stellen. Spekuliert wird über einen Verkauf, klar ist aber bis heute jedoch gar nichts.

Die Gewerkschaft IG BCE hat inzwischen die Geduld verloren und fordert die Unternehmensführung auf, sich zu erklären. Jüngst drohten die Arbeitnehmervertreter bereits mit rechtlichen Schritten, um noch „rechtzeitig auf den Prozess Einfluss nehmen“ zu können.

Die Merck-Führung ist aufgefordert, Klarheit für die immerhin weltweit 3800 Mitarbeiter in der Sparte, davon 280 in Deutschland, zu schaffen. Mitte April wird das Jubiläum mit allen insgesamt 50 000 Beschäftigten gebührend gefeiert. Die Unsicherheiten sollten bis dahin ausgeräumt sein, damit sie die Feierlaune des Konzerns nicht weiter trüben können.

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