Ein Verlierer, zwei Gewinner

Kommentar: Metro kauft Kaufhof nach Kanada

+

Beim Kaufhof-Deal gibt es zwei Gewinner und einen Verlierer: Erster Gewinner ist der Metro-Konzern, der 2,85 Milliarden Euro für Kaufhof kassiert, damit seinen Schuldenberg deutlich reduziert und sich nun auf sein Kerngeschäft – die Elektromärkte Media-Saturn und die eigenen Großmärkte – konzentrieren kann. Von Achim Lederle

Zweiter Gewinner ist Kaufhof: Mit Hudson’s Bay hat künftig eines der traditionsreichsten nordamerikanischen Warenhaus-Imperien das Sagen. Betont wurde gestern, dass alle deutschen Standorte erhalten und keine Mitarbeiter entlassen werden sollen. Im Gegenteil: Es werde weiter kräftig investiert. Zwar sind mit Walmart und dem einstigen Karstadt-Investor Andrew Jennings bereits zwei angelsächsische Unternehmen am schwierigen europäischen Markt gescheitert, aber die Chancen stehen gut, dass es die Kanadier nun besser machen. Mit über 300 Warenhäusern in Nordamerika – allen voran der Luxuskette Saks mit dem Flaggschiff an der New Yorker Fifth Avenue – ist Hudson’s Bay einer der weltweit größten Player am Warenhaus-Markt: Kaufhof könnte nun der Türöffner und Wegbereiter für Europa sein.

Lesen Sie dazu auch:

Metro verkauft Kaufhof nach Kanada

Großer Verlierer des Deals ist Karstadt: Die hochfahrenden Pläne von Eigner René Benko zum Aufbau einer „Deutschen Warenhaus AG“ aus Karstadt und Kaufhof sind gescheitert. Karstadt steht nun alleine da. Es drohen noch härtere Zeiten gegen die neue und alte Konkurrenz aus Kaufhof, Billig-Textilanbietern und Internet-Händlern. Wie es mit Karstadt weitergeht, ist offener denn je – Kaufhof erhält dagegen eine neue Chance auf eine bessere Zukunft.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare