Astra-Produktion in Polen

Kommentar: Falsche GM-Politik

Es läuft rund in der deutschen Automobilbranche. VW mit Audi, Mercedes und BMW fahren trotz gedämpften Wachstums in Deutschland auf der Überholspur. Einzig Opel kommt nicht vom Fleck. Der Mutterkonzern General Motors, der sich gerade kräftig von der Insolvenz erholt, setzt die Daumenschrauben an - wieder einmal. Von Marc Kuhn

Angesichts der sinkenden Absätze und teurer Überkapazitäten muss erneut gespart werden. Verlagert GM tatsächlich die Astra-Produktion ins Ausland, dürfte es erneut zum Jobabbau in Rüsselsheim kommen. Verkehrte Welt: Das modernste und teuerste Werk des Konzerns muss langfristig um seine Existenz bangen.

Die Autos mit dem Blitz, einst Ausdruck der florierenden deutschen Wirtschaft, finden einfach nicht genügend Käufer hierzulande. Früher machte eine unattraktive Modellpalette dem Vertrieb zu schaffen. Die technisch und auch vom Design her aufgehübschten Fahrzeuge sollten sich eigentlich mittlerweile besser verkaufen. Opel wird aber sein angestaubtes Image einfach nicht los. Ein A 4 oder die C-Klasse finden mehr Interessenten als ein Insignia. Solange sich das nicht ändert, kommt Opel hierzulande nicht in die Gänge.

Das größere Problem ist indes im Ausland zu suchen - dort, wo die Konkurrenz Gas gibt. Hier verhindert die GM-Politik, dass die Rüsselsheimer Autoschmiede mehr Pkw verkauft. Auf Märkten, in denen andere Fahrzeuge des Konzerns abgesetzt werden sollen, lassen die Amerikaner den Verkauf von Opel häufig nicht zu. Eine ganz offensichtlich unkluge Strategie.

Ändert GM dies nicht, ist Rüsselsheim bald nur noch Entwicklungsstandort. Die moderne Technik made in Germany brauchen die Amerikaner schließlich für alle Autos des Konzerns.

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