Reform ist überfällig

Kommentar: Riester-Förderung für Gutverdiener

Die Ergebnisse der neuen Studie zur Riester-Rente lassen aufhorchen: Nicht die eigentliche Zielgruppe, nämlich die Geringverdiener, profitieren von der staatlichen Förderung, sondern diejenigen, die eh genug Geld im Alter haben. Von Achim Lederle

Wenn die Resultate der Studie stimmen, bedeutet dies nicht mehr und nicht weniger, als dass die Riester-Rente in ihrer bisherigen Form ein Flop ist, und Milliarden an Steuergeldern verschwendet werden. Die Forderung der Berliner Opposition, statt der wenig transparenten Riester-Förderung auf ein neues Basisprodukt umzuschwenken, macht Sinn. Vor allem den Grünen schwebt dabei ein Modell wie in Schweden vor: Dort zahlen Verbraucher einen Teil des Einkommens in staatliche Fonds ein. Sie wählen aus verschiedenen geprüften Angeboten aus und können ihre Einzahlungen je nach Risikobereitschaft und Investitionsvermögen stückeln. Verwaltet wird der Vorsorgefonds vom Staat. Schweden hat damit sehr gute Erfahrungen gesammelt; das Modell ist kostengünstig und einfach.

In Deutschland jedoch profitieren vor allem die Anbieter der Riester-Rente, viele Rentner gehen später leer aus. Wer die volle Riester-Zulage bekommen möchte, muss vier Prozent seines Bruttoeinkommens einzahlen. Dies ist für viele Geringverdiener nicht zu leisten. Wer trotzdem einzahlt und im Alter Grundsicherung erhält, ist doppelt gestraft, wird doch die Riester-Rente bei der Steuerveranlagung auf die Grundsicherung angerechnet. Kein Wunder, dass sich nur Besserverdienende die jetzige Riester-Rente leisten. Eine ; die sichere Altersvorsorge für alle durch „Riestern“ ist Augenwischerei.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

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