Lufthansa streicht Stellen

Kommentar: Arbeitnehmer zahlen Zeche

Der „Super-Donnerstag“ brachte den Beschäftigten der Lufthansa die traurige Wahrheit: Während sich Mitarbeiter großer deutscher Firmen über die guten Quartalsbilanzen ihrer Häuser freuen konnten, müssen die bei der Kranichlinie in Buchhaltung und Einkauf Beschäftigten um ihre Jobs bangen. Von Marc Kuhn

Gerüchte um den Stellenabbau kursierten seit Tagen. Nun steht fest: 3500 Arbeitsplätze werden gestrichen, 2500 in Deutschland. Einmal mehr zahlen die Arbeitnehmer die Zeche für Managementfehler und finanzielle Begehrlichkeiten der Politik.

Die guten Umsatzzahlen sind zwar von den Treibstoffpreisen verhagelt worden. Der Konflikt um das iranische Atomprogramm hat sich somit auch auf das Geschäft der Lufthansa ausgewirkt. Allerdings haben auch die Luftverkehrssteuer und der Emissionshandel die Bilanz belastet. Die Bundesregierung will auf diese Weise die Schuldenkrise bekämpfen und ihre ambitionierten Umweltziele vorantreiben. Politisches Handeln macht dem Management der Lufthansa das Leben schwer.

Die Firmenlenker müssen sich aber auch an die eigene Nase fassen. Haben sie doch die Konkurrenz der Billigflieger über Jahre unterschätzt. Auf manchen Strecken ist darüber hinaus die Bahn eine ernstzunehmende Alternative zum Lufthansa-Jet.

Zudem erweist sich die Expansionsstrategie der Airline als problematisch. Durch Zukäufe sind Doppelstrukturen entstanden, die jetzt geschliffen werden. Bei British Midland ist die Rechnung gar nicht aufgegangen. Erst kürzlich konnte die Lufthansa den langjährigen Verlustbringer abstoßen. Die Fehlinvestition wird bei der Lufthansa aber wohl noch länger für finanzielle Belastungen sorgen, müssen doch Pensionszahlungen gestemmt werden.

Zu befürchten ist, dass das Sparprogramm noch weitere Härten mit sich bringt. Schließlich setzt die arabische Konkurrenz der Lufthansa ordentlich zu.

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