Skeptische Firmenchefs

Kommentar: Stimmung kippt um

Nun schlittert Angela Merkel mit ihrer Regierung in eine Blamage. Hat Schwarz-Gelb das Jobwunder in Deutschland nicht immer der nachhaltigen Politik dieser Koalition zugeschrieben? Von Frank Pröse

Was jetzt, wo sich doch das Ende der Sonderkonjunktur abzeichnet, ausgerechnet im Wahljahr 2013? Merkel & Co. sind wirklich nicht zu beneiden. Sie werden für Veränderungen einer Großwetterlage verantwortlich gemacht werden, die sie eben nicht, oder nur marginal beeinflussen können. Andererseits haben sie sich die letzten Jahre bei guter Konjunktur mit fremden Federn geschmückt, also hält sich das Mitleid in Grenzen.

Unwägbarkeiten im Euroraum verunsichern die Führungsetagen in den Unternehmen dieser Tage mehr als noch im Frühjahr. Das ist nachzuvollziehen und teils auch die Schuld des deutschen Euro-Krisenmanagements, das sich als teuer und weitgehend wirkungslos erweist. Und wenn in diesen Tagen endlich einmal ein wahrhaftiger Strich unters Griechenland-Paket gezogen werden sollte, dann dürften auch die Meisterin der Verschleierung von Staatshilfen und ihre rechte Hand Schäuble nicht mehr umhinkommen und zugeben müssen, dass so manche Milliarden für immer in der Ägäis versinken. Dann kippt die Stimmung und bekommt die Euro-Krise mit den Deutschen jene fest in den Griff, die mit Verwerfungen wie im Süden Europas bisher nichts zu tun hatten. Für derlei klimatische Wechsel haben Unternehmer ein feines Näschen.

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