Wenig Bio-Fleisch zu Weihnachten

Kommentar: Was ist uns Essen wert?

Nur in geringem Maße kommt an Weihnachten BioFleisch auf den Tisch. Nach wie vor stammen gerade einmal zwei Prozent des gesamten Fleisch-Umsatzes aus der Bio-Produktion.

Der Grund liegt auf der Hand: Das Fleisch von Tieren, die unter den Bedingungen der Bioproduktion gehalten wurden, ist nun mal deutlich teurer. Bei Geflügel kann der Preis um bis zu vier Mal so hoch sein wie der für ein konventionell gehaltenes Tier.

Bio hat seinen Preis. Und ist es uns das nicht wert? Nicht einmal zu Weihnachten? Abermillionen Euro werden ausgegeben zum Fest. Für Geschenke ist vielen das Beste gerade gut genug. Doch was für Elektronik, Schmuck, Kosmetika, Kleidung gilt, sollte doch erst recht für die Nahrungsmittel zutreffen.

Wenn jeder, der sich über vermeintlich unwürdige Tierhaltungsformen in Großbetrieben aufregt, sich auch an der Ladentheke entsprechend verhalten würde, lägen die Quoten für Bio-Fleisch längst höher. Wobei klar ist: Mit Bio allein könnte die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln nicht sichergestellt werden. Und konventionelle Tierhaltung heißt keinesfalls unwürdiger Umgang mit dem Tier. Viele konventionelle Landwirte kümmern sich liebevoll um ihr Vieh.

Und doch kann nicht geleugnet werden: Ein Schwein, dass draußen auf der Weide wühlen konnte, führt ein schöneres Leben als eine Mastsau im Stall. Zu Weihnachten könnte das eine Überlegung wert sein.

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