Auslands-Krankenversicherung gilt als ein Muss

Krank im Urlaub: Ruin kann drohen

München (AP) Der lang ersehnte Traumurlaub auf dem Kreuzfahrtschiff endet für Otto B. aus Osnabrück mit einem Alptraum: Herzinfarkt an Deck, mitten in der Karibik. Es muss schnell gehen. Der Notfallpatient wird nach Miami gebracht und operiert.

Sobald es sein Zustand zulässt, wird er mit Arztbegleitung nach Hause geflogen. Hätte der Urlauber keine Auslandsreise-Krankenversicherung, stünde er vor dem Ruin. Die Kosten für die Rettungsaktion belaufen sich auf 100 000 Euro. So aber zahlt sein Versicherer. Jeder Reisende kann im Urlaub akut erkranken, mit dem Auto oder beim Sport verunglücken. Trotzdem versichern Millionen Deutsche ihre Koffer oft besser als die eigene Gesundheit, weiß Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Dabei sei die Auslandspolice die einzige Versicherung, die unbedingt ins Urlaubsgepäck gehöre. Das gelte sowohl für gesetzlich als auch für privat Krankenversicherte. „Ein absolutes Muss für jeden, unverzichtbar“, betont auch Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen. Nicht nur bei der Fernreise, sondern auch beim Autourlaub in Europa, bei der Städtereise, im Skiurlaub: Wer gut abgesichert ist, muss sich im Ernstfall wenigstens keine Sorgen um seine Finanzen machen. Die Zusatzversicherung kommt unter anderem für ärztliche Behandlungen auf, für Medikamente, einfache Zahnfüllungen - oder auch für die Überführung im Todesfall. Allein der Ambulanzdienst des ADAC, nach eigenen Angaben Marktführer, musste sich im vergangenen Jahr um mehr als 47 000 Notfälle weltweit kümmern, 8 Prozent mehr als noch 2007, wie Walter Holzhammer, Leiter der Schadenbearbeitung, berichtet. Etwa jeder dritte Patient wurde aus dem Urlaub zurück in eine Klinik in der Heimat geflogen. Alle 30 Minuten musste ein Rücktransport organisiert werden.

Viele Urlauber glauben, sie seien auch im Ausland über ihre Krankenkasse ausreichend abgesichert. Ein Trugschluss, wie Rudnik warnt. Wer in die Klinik kommt oder im Hotel den Doktor rufen muss, wird vor allem in Touristenzentren nur gegen Bares behandelt. Wieder daheim, erstattet die Kasse nur den Teil der Rechnung, der sich an deutschen Sätzen orientiert. Außerhalb Europas und in Ländern, mit denen Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen hat, wie die USA, Thailand oder Ägypten, übernimmt die Kasse null Kosten. Hat der Patient keine Auslandspolice, muss er alles allein zahlen. Ein Rücktransport wird von den Kassen grundsätzlich nicht finanziert. Auch privat Krankenversicherte müssen einen Ambulanzflug aus eigener Tasche zahlen. Nur der Transport zum nächstgelegenen Krankenhaus sei normalerweise abgedeckt, sagt Jens Wegner vom Verband der privaten Krankenversicherung: „Wir raten zur Zusatzversicherung.“

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