Krankenstand auf 3,58 Prozent geklettert

Berlin - Arbeitnehmer haben sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres so oft krank gemeldet wie seit fünf Jahren nicht mehr. Das geht aus einer Statistik hervor. Zahlen und Hintergründe:

Die Krankenstände in den deutschen Betrieben sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf den höchsten Halbjahresstand seit fünf Jahren gestiegen. Die Arbeitnehmer fehlten in der Zeit von Januar bis Juni 2010 im Durchschnitt 3,58 Prozent der Sollarbeitszeit. Das gehe aus den Zahlen der Krankenkassen hervor, sagte die Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums, Dagmar Kaiser, am Montag in Berlin. Sie bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung “Die Welt“. Danach wurde in den ersten sechs Monaten ein Anstieg um zehn Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (3,24 Prozent der Sollarbeitszeit) verzeichnet.

Im ersten Quartal allerdings hatte dieselbe Statistik noch einen Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3,66 Prozent der Sollarbeitszeit gemeldet. Die Fehlquote im ersten Halbjahr 2010 entspreche 4,0 Arbeitstagen, heißt es in dem Bericht weiter. Sprecherin Kaiser sagte: “Wir rechnen nicht in Arbeitstag um.“ Es handele sich um einen Stichtagsregelung. Damit werde erfasst, wie viel Prozent am ersten Tag eines Monats krangeschrieben seien. Daraus könne man aber nicht ableiten, wie viel Tage die Personen krank seien. Frauen waren laut Statistik mit 3,77 Prozent der Sollarbeitszeit deutlich häufiger krank als Männer (3,41 Prozent).

Kaiser sprach von einem “relativ niedrigen Niveau“. In den 90er Jahren habe diese Zahl bei 5 Prozent gelegen. Auch werde heute häufiger auf zusätzliche Ursachen wie Stress am Arbeitsplatz untersucht. Arbeitsmarktexperten erklärten den Anstieg der Krankenstände vor allem mit der besseren konjunkturellen Situation. Sie führe dazu, dass die Beschäftigten im Krankheitsfall weniger Angst hätten, den Job zu verlieren.

DAPD

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