Per Kredit ans nötige Kleingeld

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Zahlreiche Leser unserer Zeitung informierten sich bei einer Telefonaktion am Donnerstag zum Thema Kredite.

Offenbach ‐ Zahlreiche Leser unserer Zeitung informierten sich bei einer Telefonaktion am Donnerstag zum Thema Kredite bei den Experten Danijel Wirtz, Filialleiter der Commerzbank Offenbach, und Alexander Ficht, Mitglied im Verband Vermögensberatender Steuerberater Wirtschaftsredakteur Achim Lederle hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

Wenn Nachwuchs ins Haus steht, lohnt es sich dann, über Wohneigentum nachzudenken?

Wirtz: Ein Kind verändert die gesamte Lebenssituation. Es wird mehr Wohnraum benötigt und ein separates Kinderzimmer. Das allein ist Grund genug, über Kauf oder Bau einer Immobilie nachzudenken. Dazu lohnt es sich auch rein rechnerisch, da man die Miete mit einer Immobilienfinanzierung ins Eigenheim investieren kann. Derzeit ist das Zinsniveau auf einem Tiefstand. Wer noch nicht gleich bauen will, kann sich dies auch mit einem Bausparvertrag für einen späteren Zeitpunkt sichern.

Sollte man eine Berufsunfähigkeits- und Risiko-Lebensversicherung kündigen, anstatt einen Kredit aufzunehmen?

Wirtz: Auf keinen Fall. Vor allem junge Leute und Familien können finanziell tief fallen, wenn durch Unfall oder Krankheit die Berufsunfähigkeit eintritt oder der Hauptverdiener ausfällt. Die Versicherung hilft ihnen dabei, den Lebensstandard zu erhalten und Verpflichtungen weiter zu erfüllen. Und Lebensversicherungen zurückzukaufen, bringt hohe Verluste.

Ist es ratsam, Wünsche wie ein neuer Fernseher oder Urlaub per Kredit zu finanzieren?

Wirtz: Konsumwünsche über einen Kredit finanzieren sollte nur derjenige, der sicher ist, dass er die regelmäßige Ratenrückzahlung auch stemmen kann. Sonst droht die Gefahr der Überschuldung. Wenn die monatlichen Raten die Haushaltskasse nicht belasten, steht der Fußball-WM-tauglichen Heimkino-Anlage aber nichts im Weg.

Gibt es derzeit neue Steuer-Tipps, staatliche Förderungen oder Entlastungen, womit ich Geld sparen könnte?

Ficht: Mit dem Bürgerentlastungsgesetz steht ihnen seit Januar automatisch mehr Geld zur Verfügung, mit dem Sie langfristig sparen, vorsorgen oder auch einen Kredit abbezahlen können. Und das, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Denn Ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind jetzt als „sonstige Versorgungsaufwendungen“ vollständig bei der Einkommensteuer absetzbar. Wer schlau ist, steckt das zusätzliche Geld in einen Bausparvertrag. Im Schnitt liegt die Ersparnis bei etwa 60 bis 80 Euro mehr Netto, Monat für Monat.

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