MHK Group aus Dreieich legt positive Bilanz vor und ist zuversichtlich / Neues Geschäftsfeld erschlossen

Küchen sind bei Deutschen gefragt

Frankfurt - Die Küche steht bei den Deutschen nach wie vor hoch im Kurs. Von Marc Kuhn

Ihr Stellenwert sei ungebrochen, sagte Hans Strothoff, Vorstandsvorsitzender der MHK Group aus Dreieich, nach eigenen Angaben Europas führende Gemeinschaft für mittelständische Küchen- und Möbelfachhändler, gestern in Frankfurt. Zur Gruppe gehören beispielsweise die Musterhaus-Küchen-Fachgeschäfte und die Reddy-Küchen. Im vergangenen Jahr hat eine Küche durchschnittlich mehr als 11 100 Euro gekostet. Im Schnitt wird sie 17 Jahre genutzt. „In den Musterhaus-Küchen-Fachgeschäften gibt heute bereits jeder zweite Käufer mehr als 10 000 Euro für seine Küche aus. Tendenz steigend“, erklärte Strothoff. Küchen seien aber nicht teurer geworden, sie seien wertiger geworden. „Der Verbraucher hat sich auf mehr Qualität, Service und energiesparende Geräte eingestellt“, berichtete Strothoff.

Zufrieden zeigte er sich mit der Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre. „Mit über 1 100 Küchenfachgeschäften sind wir Marktführer in Deutschland“, erläuterte der Vorstandschef. „Jedes zweite Küchenfachgeschäft ist inzwischen Gesellschafter der MHK Group.“ Die Gruppe organisiert den gemeinsamen Einkauf bei über 300 Lieferanten und bietet zudem zahlreiche Dienstleistungen an. Zu ihr gehören mehr als 1 900 Handelspartner in sechs europäischen Ländern, über 1 240 in Deutschland und fast 690 Firmen im Ausland.

Der Umsatz der MHK Group ist im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf etwa 3,3 Milliarden Euro gestiegen, wie Strothoff berichtete. Im Inland seien die Erlöse um 3,2 Prozent gestiegen nach einem Plus von 10,5 Prozent 2009. Im Ausland seien die Umsätze 2010 um 1,8 Prozent gesunken, im Jahr davor um 7,5 Prozent. Während die Unternehmen in Belgien, Österreich und der Schweiz stabile Zahlen vorlegten, seien die Umsätze in Holland und Spanien im vergangenen Jahr um 5 Prozent gefallen. Generell erwarte die Gruppe im Ausland weiteres Wachstum, sagte Vorstandsmitglied Werner Heilos. Derzeit werde der Einstieg in die Märkte in Frankreich und England vorbereitet, fügte Strothoff hinzu. Für den Küchenmarkt in Deutschland sieht die Gruppe großes Wachstumspotenzial.

Mit Optimismus ist die MHK Group ins laufende Jahr gestartet. „Die Verbraucherstimmung in der Branche ist absolut positiv“, sagte Strothoff. Im ersten Quartal sei in der Gruppe bereits eine zweistellige Umsatzsteigerung verzeichnet worden. Nach einer Umfrage würden 60 Prozent der Händler mit einem deutlichen Plus in 2011 rechnen.

In ein neues Geschäftsfeld ist die MHK Group mit der Gründung des Verbands „Interdomus Haustechnik“ eingestiegen. „Wir sind hervorragend gestartet“, erklärte Heilos. Im ersten halben Jahr seien etwa 100 Betriebe dem Verband beigetreten. „Wir streben innerhalb von drei Jahren die Marktführerschaft an“, berichtete Heilos. In dem Verband sollen sich vor allem Sanitärbetriebe und Heizungsbauer zusammenschließen, die sich auf die regenerativen Energien spezialisiert haben. Ziel von Interdomus ist, die Unternehmen zum Beispiel mit einem gemeinsamen Einkauf zu stärken.

Die Bedeutung der neuen Medien für den Küchenhändler betonte Vorstandsmitglied Daniel Schmid. „Unsere Marken sind jetzt in Facebook vertreten.“ Darüber hinaus habe die Umfrage ergeben, dass jeder dritte Händler der Gruppe darüber nachdenke, einen Online-Shop aufzubauen.

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