„Lage auf Arbeitsmarkt unsicher“

Nürnberg/Frankfurt/Offenbach (dapd/dpa/ku) ‐ Die guten Zahlen vom Arbeitsmarkt sind für die Bundesagentur für Arbeit (BA) noch kein Grund zur Euphorie.

Der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise sagte gestern in Nürnberg, die Entwicklung sei zwar uneingeschränkt gut und ermutigend. Die Auswirkungen der Krise seien aber noch immer spürbar. Neben den Risiken aus einzelnen EU-Ländern für die Stabilität des Euro sei dies der seit zehn Jahren zu beobachtende Strukturwandel. Er führe zu einem tendenziellen Abbau von Vollzeitstellen zugunsten von Teilzeitstellen, befristeten Arbeitsplätzen, Minijobs und Zeitarbeit.

„Die Lage für die Zukunft bleibt unsicher“, betonte Weise. Zu den fast drei Millionen Arbeitssuchenden im Oktober kämen 1,4 Millionen Menschen in Arbeitsmaßnahmen. Auch sei die Arbeitslosigkeit unter Männern in Westdeutschland noch immer hoch. Sie stellen mehr als die Hälfte der Jobsuchenden. Von Vollbeschäftigung sei Deutschland daher noch weit entfernt.

Zum ersten Mal seit der Wirtschaftskrise ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wieder unter die Drei-Millionen-Marke gerutscht. Aufgrund der Herbstbelebung waren im Oktober nur 2 945 000 Menschen auf Jobsuche - das ist der niedrigste Wert in dem Monat seit 18 Jahren. Im August waren noch 86 000, vor einem Jahr 283 000 mehr Menschen ohne Stelle, wie die BA in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,2 Punkte auf 7,0 Prozent ab.

Auch in Offenbach weniger Arbeitslose

Auch in Hessen gibt es weniger Arbeitslose. Im besten Oktober seit 1992 waren noch 183 601 Menschen auf Jobsuche, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt berichtete. Das waren fast 4 000 weniger als im September und fast 15 000 weniger als ein Jahr zuvor. Auf dem Weg zur Vollbeschäftigung sank die Quote um 0,2 Punkte auf 5,9 Prozent. Trotz der positiven Entwicklung gebe es eindeutige Verlierer, meinte der Chef der Regionaldirektion, Frank Martin. „Ältere und Langzeitarbeitslose profitieren immer noch unzureichend oder gar nicht von der Belebung der Wirtschaft.“

In Offenbach ging die Arbeitslosigkeit im Oktober ebenfalls weiter zurück. 13 134 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 1,9 Prozent oder 252 Personen weniger als im September, wie die Agentur für Arbeit Offenbach mitteilte. Die Quote habe bei 7,6 gegenüber 7,7 Prozent im September gelegen. In der Stadt Offenbach sei die Arbeitslosigkeit gegenüber September um 4,2 Prozent zurückgegangen, so die Arbeitsagentur.

Rückgänge in Rodgau und Seligenstadt

Bei 6 126 arbeitslosen Menschen habe sich eine Quote von 10,2 Prozent ergeben, Vormonat: 10,6 Prozent. In der Geschäftsstelle Rodgau seien 4 081 Menschen arbeitslos gemeldet gewesen, 0,1 Prozent weniger als im September. Die Quote stagnierte auf dem Vormonatswert von 6,5 Prozent. In der Geschäftsstelle Seligenstadt sei die Zahl der Erwerbslosen auf 2 927 gestiegen; das seien 0,8 Prozent mehr als im Vormonat, berichtete die Agentur für Arbeit. Daraus habe sich wie im Vormonat eine Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent ergeben.

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