Wie lange ist Essen genießbar?

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Offenbach - Jeder Deutsche wirft jährlich nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz rund 82 Kilogramm Lebensmittel in den Müll - das entspricht einem Wert von 235 Euro.

Dabei ist wahrscheinlich ein großer Teil der Lebensmittel noch genießbar. Ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht, dass ein Produkt nicht mehr genießbar ist. Es muss lediglich geprüft werden.

Was sagt das Mindesthaltbarkeitsdatum aus? Woran erkennt man, ob das Essen noch genießbar ist? Wie lagert man Lebensmittel, damit sie länger frisch bleiben? Diese und andere Fragen beantworten Experten bei einer kostenlosen Telefonaktion am Donnerstag von 16 bis 18 Uhr. Am Telefon:

Peter Loosen, Geschäftsführer Bund für Lebensmittelkunde und Lebensmittelrecht e. V. (069 85008279);

Alexander Becht, Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (069 85008280);

Ingrid Acker, Praxis für Ernährungsberatung, Rödermark (069 85008281).

Anders als beim Mindesthaltbarkeitsdatum sieht es beim Verbrauchsdatum aus, das bei leicht verderblichen Lebensmitteln angegeben wird. Diese sollten nach dem Ablauf des Datums nicht mehr gegessen werden. Doch das Verständnis für die beiden Begrifflichkeiten Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum muss gestärkt werden, denn manchen Verbrauchern ist der Unterschied nicht bewusst. Aber, wer Nahrungsmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum vor dem Gang zum Mülleimer genau prüft und je nach Ergebnis dann auch im Anschluss verzehrt, schont nicht nur die Ressourcen, sondern auch den eigenen Geldbeutel.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine wichtige Orientierung für Verbraucher. Es zeigt an, bis zu welchem Datum das ungeöffnete und richtig gelagerte Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert mindestens behält. Dieses Datum wird von den Herstellern festgelegt und auf der Verpackung gut sichtbar vermerkt. Schon weil die Hersteller die Garantie der Mindesthaltbarkeit nur geben können, wenn sie einen „Sicherheitszuschlag“ geben, sind viele Lebensmittel auch nach Ablauf des angegebenen Datums noch genießbar. Weil dann aber die „Garantie“ des Herstellers abgelaufen ist, müssen Verbraucher selbst die Lebensmittel prüfen. Ein untypischer Geruch, Veränderungen in Farbe und Konsistenz oder gar Schimmel sind Anzeichen dafür, dass ein Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden sollte.

Wichtig ist immer, die Produkte richtig zu lagern, zum Beispiel die Temperaturangaben und sonstigen Lagerungshinweise einzuhalten. Auch das Öffnen einer Verpackung hat zur Folge, dass sich das Mindesthaltbarkeitsdatum verkürzt. Daher sollten angebrochene Lebensmittel rasch aufgebraucht werden. Frischmilch ist beispielsweise besonders luft-, wärme- und lichtempfindlich und sollte deshalb nicht lange außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt werden. Bei manchen Obst- und Gemüsesorten wie Erdbeeren oder Kirschen verlängert sich die Haltbarkeit, wenn man sie im Kühlschrank lagert gegenüber der Aufbewahrung bei Küchen-Zimmertemperatur.

Generell sollte man mehr auf seine Sinne vertrauen und Lebensmittel mit Mindesthaltbarkeitsdatum und unverpackte Ware wie Obst und Gemüse sorgfältig prüfen, das heißt, schauen, riechen und schmecken. Bei in mikrobiologischer Hinsicht besonders leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fleisch, vor allem bei Hackfleisch, rohen Würsten oder Geflügel, gelten allerdings „strengere“ Regeln. Auf den entsprechenden Verpackungen stehen häufig anstatt des Mindesthaltbarkeitsdatums die Worte „zu verbrauchen bis“. Ist dieses sogenannte Verbrauchsdatum überschritten, sollte das Lebensmittel nicht mehr gegessen werden, da es gesundheitsschädlich sein kann. Das Produkt gehört dann in den Abfall.

ku

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