Telefonaktion

Lebensmittel werden sehr gut überwacht

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Um sichere Lebensmittel zu kaufen, muss es nicht unbedingt die teurere Bio-Ware sein.

Offenbach - Sind Bio-Produkte besser? Ist chemischer Pflanzenschutz überhaupt nötig? Was umfasst die Lebensmittelkennzeichnung? Woran erkenne ich regionales Obst und Gemüse?

Experten haben bei einer Telefonaktion Fragen von Lesern zum Thema Lebensmittelsicherheit beantwortet. Für alle, die nicht durchgekommen sind, einige wichtige Fragen und Antworten.

Wie werden Lebensmittel kontrolliert?

Kommt es zum Beispiel bei importierten Lebensmitteln zu Überschreitungen von Rückstands-Höchstgehalten, zu Krankheitskeimen oder zu Glassplittern in Konserven, prüfen die Behörden, ob sie zu einer Gesundheitsgefahr für den Menschen führen könnten. Ist dies der Fall, werden über das Europäische Schnellwarnsystem umgehend alle Mitgliedstaaten informiert. Neben der Kontrolle auf allen Ebenen der Produktion und des Handels gehört zu den Sicherheitsmaßnahmen auch ein planmäßiges Monitoring der Lebensmittel auf nationaler Ebene.

Ich will keine Pflanzenschutz-Rückstände in meinen Lebensmitteln haben. Worauf muss ich achten? Soll ich nur Bio kaufen?

Ihr Wunsch ist verständlich, und Sie sind damit nicht alleine: Viele Verbraucher möchten am liebsten rückstandsfreie Lebensmittel haben. Deshalb muss jeder Landwirt - auch der Bio-Bauer - seine Pflanzen vor Schädlingen schützen, und das geht oft nicht ohne Pflanzenschutz. Aber keine Sorge: Wie viel, wie oft und vor allem wann er spritzen darf, ist streng geregelt. Viele frische Lebensmittel weisen gar keine Rückstände, der überwiegende Teil allenfalls geringe Spuren weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte auf, der so genannten Rückstandshöchstgehalte. Bei Obst und Gemüse aus deutschem Anbau haben die Überwachungsbehörden in der Vergangenheit nur bei jeder hundertsten Probe Überschreitungen festgestellt - und diese auch meist weit unter Werten, die gesundheitlich bedenklich wären. Lebensmittel werden bei uns sehr gut überwacht. Um sichere Lebensmittel zu kaufen, muss es nicht die wesentlich teurere Bio-Ware sein.

Wie schütze ich mich vor Keimen in Lebensmitteln?

Ihren Kühlschrank sollten Sie auf unter 7 Grad Celsius einstellen, Ihre Gefriertruhe auf -18 bis -20 Grad. Frischen Fisch, Kaviar und Fischsalate sollten Sie bei Temperaturen unter 2 Grad lagern. Beim Kochen gilt: Salmonellen, Shigellen, Listerien, Campylobacter und Escherichia sterben bei 70 Grad Celsius ab. Auch vorgewaschene Salatmischungen sicherheitshalber nochmals unter klares Wasser halten.

Was ist der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum?

Ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht, dass ein Produkt nicht mehr genießbar oder gar gesundheitsschädlich ist. Es muss lediglich sorgfältig geprüft werden. Anders ist das beim Verbrauchsdatum, das bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fleisch, vor allem bei Hackfleisch, rohen Würsten oder Geflügel angegeben wird. Diese Lebensmittel sollten nach dem Ablauf des Datums nicht mehr gegessen werden.

Sind hiesiges Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse besser als importiertes?

Das kann man so nicht sagen. Aber es ist natürlich etwas anderes, wenn Sie Waren aus der Region beziehen als zum Beispiel aus Übersee: Der kurze Transportweg macht sich auch zu Gunsten des Geschmacks bemerkbar.

Sind Bio-Produkte besser als konventionelle?

Bio-Produkte unterscheiden sich kaum von konventionellen Lebensmitteln. Weder beim Vitamingehalt noch bei eventuellen Rückständen, was wiederum von einzelnen Produktgruppen abhängig ist. Sie liegen auch bei Geschmack und Gesamtqualität in etwa gleichauf. Allerdings liegen Öko-Bauernhöfe bei der Tierhaltung meist vorn.

Kann ich an der Herkunft eines Lebensmittels erkennen, ob Rückstände von Pflanzenschutzmitteln drin sind?

Natürlich gelten auch für die aus aller Welt importierten Lebensmittel die gleichen Grenzwerte und Anforderungen wie für deutsche und andere europäische Ware. Es gibt also keine „höhere Toleranz“ für mögliche Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Rein statistisch fallen exotische Produkte etwas häufiger auf als etwa Obst und Gemüse aus heimischer Produktion und werden dementsprechend aus dem Verkehr gezogen. Die Behörden prüfen nicht quer durch die Bank, sondern risiko-orientiert. Konkret bedeutet das: Wenn bestimmte Lebensmittel in der Vergangenheit auffällig waren, werden häufiger von ihnen Proben genommen. Dabei handelt es sich aber in der Regel nicht um Produkte, die wir täglich verzehren. 

ku

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