Lebensstandard im Alter sichern

Offenbach (ku) - Finanzielle Sicherheit im Alter wünscht sich jeder. Aber lediglich 56 Prozent der Beschäftigten können im Alter auf mindestens 60 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens hoffen.

Das bedeutet: Fast jeder zweite Bundesbürger wird seinen gewohnten Lebensstandard nicht halten können. Der privaten Altersvorsorge kommt daher eine besondere, aber oft vernachlässigte Bedeutung zu. Auch mit Blick auf den Hinterbliebenenschutz.

Wie wird die Versorgungslücke berechnet? Wie hoch sollte der Hinterbliebenenschutz mindestens ausfallen? Diese und ähnliche Fragen beantworten Experten bei einer kostenlosen Telefonaktion am Donnerstag von 16 bis 18 Uhr. Am Telefon:

Christopher Albrecht, Vorsorgeexperte von der HUK Coburg (069/85008279);

Siegfried Karle, Präsident der Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher, Interessenvereinigung der Versicherten, Sparer und Kapitalanleger e.V. (069/85008280);

Axel Jung, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Mitglied des Steuerausschusses der Steuerberaterkammer Hessen (069/85008281).

Knapp 10 Prozent vom derzeitigen Bruttogehalt anzusparen

Um den Lebensstandard beispielsweise eines Rentnerpaares, das heute nach Abzug von Abgaben und Steuern über 1 700 Euro im Monat verfügt, zu halten, muss 2030 eine privat ersparte Rente von brutto 329 Euro hinzukommen. Dies bedeutet bis dahin knapp 10 Prozent vom derzeitigen Bruttogehalt zusätzlich anzusparen, um die sonst entstehende Versorgungslücke zu schließen. Neben der eigenen Absicherung spielt aber auch die wirtschaftliche Sicherheit von Angehörigen eine Rolle. Stirbt der Haushaltsvorstand, so ergeben sich für die Familie Konsequenzen im Lebensunterhalt, da das Einkommen des Verstorbenen wegfällt und die staatlichen Witwen- und Waisenrenten nicht ausreichen, um den früheren Lebensstandard zu decken. Der privaten Vorsorge kommt im Sinne eines umfassenden Hinterbliebenenschutzes somit eine zusätzliche Bedeutung zu.

Wer im Alter den gewohnten Lebensstandard genießen möchte und zudem seine Familie finanziell absichern will, sollte sich rechtzeitig über die Altersvorsorge Gedanken machen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und bringen oftmals einen enormen Klärungsbedarf mit sich. Ob Kapitallebensversicherung, Riester-Rente, betriebliche Altersvorsorgemodelle oder reine Bankprodukte: Eine seriöse Beratung ist wichtig, um das passende Vorsorgeprodukt zu finden.

Zunächst gibt es die Basisversorgung in Form der gesetzlichen Rentenversicherung, der berufsständischen Versorgungseinrichtung und der landwirtschaftlichen Alterskasse. Hinzu kommt die private Basisrente. Dabei handelt es sich um eine freiwillige private Leibrentenversicherung, die bei einem Lebensversicherungsunternehmen abgeschlossen werden kann.

Staat beteiligt sich über steuerliche Erleichterungen

Ihr Konzept ähnelt dem der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Staat beteiligt sich über steuerliche Erleichterungen an der Finanzierung dieser Form der privaten Vorsorge. Die Basisrente garantiert im Alter ein zusätzliches Monatseinkommen, das lebenslang gezahlt wird, egal, wie alt der Versicherte wird.

Die zweite Komponente der Altersvorsorge bildet die kapitalgedeckte Zusatzversorgung. Dazu gehört unter anderem die betriebliche Altersversorgung (BAV). Jeder Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch, Teile seines Gehalts in eine BAV umzuwandeln. Mögliche Vorsorgeformen sind zum Beispiel die Pensionskasse und die Direktversicherung. Die Beiträge sind steuerfrei.

Vor allem für Familien mit Kindern eignet sich die „Riester“-Rente, das zweite Produkt der kapitalgedeckten Zusatzversorgung. Die Riester-Rente garantiert im Alter ein zusätzliches laufendes Einkommen, das lebenslang gezahlt wird.

Rubriklistenbild: © dpa

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