Neues Angebot für Karstadt-Übernahme

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Das Angebot von Borletti kommt nach Ende der Frist.

Essen - Kurz vor der erwarteten Einigung um die Karstadt-Übernahme des Investors Nicolas Berggruen ist ein neues Angebot aufgetaucht.

Nach einem Bericht der “Bild am Sonntag“ hat der italienische Handelskonzern Borletti beim Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg ein Angebot über 100 Millionen Euro für die insolvente Kaufhauskette abgegeben. Ein Sprecher Görgs bestätigte am Sonntag den Eingang eines entsprechenden Schreibens.

Das Angebot soll erst zum Zuge kommen, falls die Berggruen- Übernahme doch noch scheitert. Görg-Sprecher Thomas Schulz betonte allerdings, dass die Angebotsfrist längst abgelaufen sei. Es werde alles getan, damit der notariell unterzeichnete Kaufvertrag mit Berggruen in Kraft treten könne. “Dieses Schreiben von Borletti wirft auch mehr Fragen auf, als beantwortet werden können.“

Maurizio Borletti ist auch Mitglied des Karstadt-Vermieterkonsortiums Highstreet. Highstreet versucht derzeit, alle Gläubiger für eine neue Mietvertragslösung zu gewinnen, um eine Einigung mit Berggruen zu erreichen. Der Investor hatte günstigere Konditionen verlangt. Erst durch eine Einigung kann Berggruens Kaufvertrag Gültigkeit erlangen. Zeit ist bis längstens zum 8. August. An dem Tag müssen Berggruen und Görg über eine Annahme entscheiden, zwei Tage später das Insolvenzgericht.

Borletti hatte schon einmal aus dem Highstreet-Konsortium heraus zusammen mit dem Whitehall-Fonds unter Goldman Sachs-Führung ein Angebot abgegeben, war aber beim Insolvenzverwalter abgeblitzt. Das Angebot war das schlechteste unter drei Geboten.

Ein Highstreet-Sprecher betonte, das Konsortium sei nicht Teil von Borlettis Angebot. “Solange Herr Görg das Angebot von Herrn Borletti nicht in Erwägung zieht, gibt es für uns keinen Anlass, das zu prüfen“, sagte Sprecher Richard Speich. Die Beteiligten gehen nach dpa-Informationen nicht davon aus, dass das neue Borletti-Angebot die Verhandlungen innerhalb des Konsortiums um die neuen Mietkonditionen beeinträchtigt. Borletti hat im Konsortium rund zwei Prozent Anteile.

dpa

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