Neuregelung bei Arbeitsagentur

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Thomas Iser

Offenbach - Die Bezirke der Agenturen für Arbeit werden in Deutschland neu zugeschnitten - das hat auch Folgen für Offenbach. Künftig würden der gesamte Kreis und die Stadt Offenbach in einem Bezirk zusammengefasst

Das sagte Thomas Iser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenbach, im Interview mit unserem Redaktionsmitglied Marc Kuhn. „Bisher ist es ja so, dass Egelsbach, Langen, Dreieich und Neu-Isenburg zum Bezirk der Agentur Frankfurt gehören“, fügte Iser hinzu.

Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit hat kürzlich in Nürnberg eine Umstrukturierung der Agenturbezirke in ganz Deutschland beschlossen. Warum wird diese Maßnahme ergriffen?

Der Hintergrund ist, dass wir auf die wirtschaftliche Belebung, den Rückgang der Arbeitslosigkeit und die Ausweitung der Optionskommunen reagieren. Diese Entwicklungen führen zum Teil auch zu einem Rückgang der Mitarbeiterzahlen der Agenturen. Wir wollen unsere Dienstleistungen aber weiterhin vor Ort für die Arbeitgeber und die Arbeitssuchenden erbringen. Deshalb müssen wir langfristig tragfähige Strukturen schaffen. Darüber hinaus wollen wir die kommunalen Strukturen künftig besser beachten. Deshalb werden die Bezirke der Agenturen an die Bezirke der Kommunen angepasst.

Was bedeutet das für Offenbach?

Künftig werden der gesamte Kreis und die Stadt Offenbach zum Agenturbezirk gehören. Bisher ist es ja so, dass Egelsbach, Langen, Dreieich und Neu-Isenburg zum Bezirk der Agentur Frankfurt gehören. Es war seit Jahren der Wunsch von Politik, den Arbeitsmarkt-Partnern vor Ort und unseres Verwaltungsausschusses, diese Gebietsanpassung vorzunehmen. Jetzt ist dies möglich. Ich denke, dass ist eine gute und sinnvolle Lösung.

Wann wird sie umgesetzt?

Es ist geplant, die Umstrukturierung in Wellenbewegungen in ganz Deutschland durchzuführen. In Offenbach wird die Änderung wohl bis Mitte 2012 umgesetzt.

Wird es auch in Hanau zu einer Umstrukturierung kommen?

Nein, in Hanau wird sich nichts ändern.

Welche Vorteile sehen Sie durch die Umstrukturierung in Offenbach?

Aus meiner Sicht gibt es mehrere Vorteile für die Industrie- und Handelskammer, für die Kreishandwerkerschaft, die Stadt sowie den Kreis. IHK und Kreishandwerkerschaft sind bereits für den gesamten Kreis - auch den Westkreis - zuständig. Deshalb hatten wir in der Vergangenheit unterschiedliche Angaben zum Beispiel zur Zahl der offenen Arbeits- und Ausbildungsstellen. Künftig werden wir eine Übereinstimmung haben. Wichtiger ist aber, dass es in Zukunft nur noch einen Ansprechpartner gibt. Bisher mussten sich zum Beispiel IHK, Kreishandwerkerschaft und der Kreis mit den Agenturen in Offenbach und Frankfurt absprechen.

Was bedeuten die Änderungen für die Arbeitslosen?

Für sie ändert sich nichts. Sie behalten bis auf wenige Ausnahmen ihre bisherigen Ansprechpartner. Wir haben künftig vier statt drei Geschäftsstellen, in Offenbach, Rodgau, Seligenstadt und Langen. In der Region wird damit das erreicht, was wir in ganz Deutschland anstreben: Wir wollen dauerhaft funktionsfähige Einheiten erhalten. Sie müssen eine Mindestgröße von etwa 90 Mitarbeitern haben. Das ist zurzeit nicht in allen Agenturbezirken in Deutschland der Fall.

Versprechen Sie sich durch die Umstrukturierung eine bessere Vermittlung von Arbeitslosen?

Sie werden sicherlich von der noch intensiveren Zusammenarbeit mit unseren Partnern profitieren. Vorteile ergeben sich sicherlich auch in der Zusammenarbeit mit den Jobcentern von Stadt und Kreis, Mainarbeit und Proarbeit.

Führen die Änderungen auch zu Einsparungen?

In erster Linie geht es nicht um Einsparungen. An der einen oder anderen Stelle könnten aber Synergieeffekte entstehen. So werden zum Teil auch interne Abläufe reformiert. Davon merken die Kunden aber nichts.

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