Nokia als Warnung

Qimonda am Ende

Den Banken wird das Geld hinterher geworfen, für eine Branche nach der anderen, ja selbst über der Krankenversicherung, werden Rettungsschirme aufgespannt, aber der in einer Zukunftsbranche agierende Speicherhersteller Qimonda erhält keine Stütze. Schon wird orakelt, dass die gesamt Branche in Deutschland erledigt ist. Gewinner wären wieder einmal die Asiaten, deren drohende Alleinherrschaft immer wieder als Druckmittel bei Subventionsforderungen an den Freistaat Sachsen herhalten musste. Doch der kann nicht guten Gewissens Geld in einem Unternehmen versenken, das mehr Verlust als Umsatz macht, auch weil versäumt wurde, mit Neuentwicklungen und Spezialitäten den Massenherstellern in Asien ein Schnippchen zu schlagen.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Taiwan seine Speicherhersteller mit staatlichen Milliarden unterstützt und Korea dem Branchenzweiten Hynix mit Milliarden aus der Klemme hilft. Denn die Asiaten können nicht wie so oft mit Lohnkostenvorteilen punkten. Die spielen nämlich in kaum einer anderen Hightechbranche eine geringere Rolle als in der Chipbranche. Die freilich wird künftig in Deutschland ein Nischendasein fristen. Eine solche Entwicklung kommt teuer, rechtfertigt aber nicht das Verbrennen von Steuergeldern in der aktuellen, völlig verfahrenen Situation. Schließlich ist nicht einmal mehr die Muttergesellschaft Infineon zu Zugeständnissen bereit und Experten zufolge verkauft derzeit kein einziger Chiphersteller seine Produkte mit Gewinn. Ganz nebenbei sei den jetzt von Hilfen für Investoren schwadronierenden Politikern das Beispiel Nokia ans Herz gelegt ...

frank.proese@op-online.de

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