Regionale Lebensmittel: Ökotest deckt Schwindel auf

Berlin - Das Magazin Ökotest hat 53 regionale Lebensmittel aus ganz Deutschland unter die Lupe genommen und Überraschendes festgestellt: Bei vielen Produkten handelt es sich um Etikettenschwindel.

Den ausführlichen Ökotest-Artikel finden sie auf der Homepage des Magazins

Das Magazin Ökotest hat 53 regionale Lebensmittel aus ganz Deutschland und 40 Regionalvermarktungsinitiativen unter die Lupe genommen. Das Fazit: Für den Verbraucher sind die Produkte zumeist rausgeschmissenes Geld. Denn entweder werden die Lebensmittel zwar in der Region verarbeitet, aber bundesweit vermarktet oder sie werden regional hergestellt und auch angeboten, aber die Rohstoffe kommen nicht aus der Region. Bei wieder anderen Produkten beschränkt sich die Regionalität laut Ökotest ausschließlich auf dem Namen. Lediglich 14 Lebensmittel wurden von den Testern als "echtes Regionalprodukt" befunden.

Zu bemängeln gab es außerdem, dass Rohstoffe, die nicht aus der Region stammen auf dem Etikett nicht gesondert erwähnt wurden. Die jeweiligen Label, die im Namen oder in der Deklaration regionale Bezüge haben, wie etwa "Unsere Heimat" oder "... aus der Region", würden den Verbraucher in die Irre führen. Bei dem Etikettenschwindel hat laut Ökotest sogar der Staat seine Finger im Spiel: Viele Bundesländer vergeben Herkunftszeichen wie etwa "Geprüfte Qualität Thüringen". Bei genauerem Hinsehen entpuppen sie sich jedoch als Mogelpackung.

Einziges Problem: Noch gibt es keine gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen für Produkte aus der Region. So sei nicht geregelt, "wie "Region" zu definieren ist: als Bundesland, als Gebiet wie die Rhön, die sich über mehrere Bundesländer erstreckt, oder als Entfernung - im Umkreis von 60 Kilometern etwa?", schreibt Ökotest. Das Fazit des Magazins ist dennoch ernüchternd: Produkte aus der Region sind zumeist rausgeschmissenes Geld.

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