Offenbach blickt nach Arabien

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IHK mit Unternehmerreise nach Abu Dhabi und Oman zufrieden / Gute Chancen für hiesige Firmen

Offenbach - Eine positive Bilanz ihrer Unternehmerreise nach Abu Dhabi und Oman hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach gezogen. Von Marc Kuhn

Die Perspektiven für Firmen aus Stadt und Kreis in den arabischen Ländern seien sehr gut, sagte Markus Weinbrenner, IHK-Geschäftsführer international, gestern. „Locker Kontakt aufzunehmen, das war wichtig“, erklärte Heinrich Imhof, Geschäftsführer des gleichnamigen Ingenieurbüros in Mühlheim. Auch die informellen Gespräche mit den deutschsprachigen Unternehmern vor Ort seien wichtig gewesen, fügte die Chefin der Schoder GmbH in Langen und IHK-Vizepräsidentin, Kirsten Schoder-Steinmüller, hinzu. Weinbrenner warnte allerdings, der Preiswettbewerb sei stark. Und auch die Konkurrenz aus Südostasien sei zu spüren.

Die Offenbacher Kammer hatte die Reise der Delegation aus Hessen organisiert. Im April will Sheikha Lubna Al Qasimi, die Ministerin für Außenhandel der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), mit Vertretern ihres Landes zur Hannover Messe reisen und auch Offenbacher Firmen besuchen, wie Weinbrenner berichtete. In dem arabischen Land gebe es die klare Strategie, kleine und mittelgroße Unternehmen zu fördern.

In Abu Dhabi und Oman fehlen kleine Unternehmen

Man sei nicht mit der Erwartung nach Abu Dhabi, der Hauptstadt der VAE, und Oman gereist, dass zahlreiche Verträge unterschrieben werden, erläuterte Schoder-Steinmüller. Es sei vielmehr darum gegangen, Vertrauen aufzubauen. Den Entscheidungsträgern in beiden Ländern ist bewusst, dass die Ölreserven endlich sind. Weinbrenner verwies deshalb auf den Masterplan 2030 in Abu Dhabi. Er regele Projekte zum Aufbau der Industrie, des Handels und der Infrastruktur. Daraus würden sich gute Chancen für deutsche Unternehmen ergeben, erklärte der IHK-Geschäftsführer. Die dortigen Vorhaben seien abgesichert, weil sie aus den Öleinnahmen finanziert seien. „Das ist der Charme“, sagte Weinbrenner. Begeistert von der Nachhaltigkeit der Projekte in Abu Dhabi zeigte sich Schoder-Steinmüller und verwies beispielsweise auf Pläne für CO2-freie Städte. Mit Blick auf Oman, erklärte Imhof: „Die haben jetzt Geld und müssen investieren.“

Schoder-Steinmüller denkt schon weiter „Diese Länder waren immer Handelsnationen.“ Sie rechnet damit, dass sich Firmen über sie den Weg nach Indien, Pakistan und in andere arabische Nationen ebnen können.

In Abu Dhabi und Oman fehlten kleine Industrieunternehmen, berichtete Weinbrenner. Deshalb würden sie Komponenten im Ausland einkaufen. Davon könnten hiesige Firmen profitieren.

Imhof berichtete von Kontakten, die er auf der Reise geknüpft hatte. Sein Büro konstruiert sogenannte schwimmende Dächer für riesige Öl-Lagerbehälter, die das Verdampfen des Rohstoffs verhindern. Er sei auf viel Interesse gestoßen, erläuterte Imhof. Jetzt gehe es darum, Partner zu finden. Ähnlich äußerte sich Schoder-Steinmüller, deren Unternehmen eine Art Stempel herstellt, mit dem Daten auf Produkte gepresst werden. Firmen in den arabischen Ländern würden präzise Werkzeuge fehlen. „Eine Chance für mein Unternehmen.“

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