Offenbachs Firmen zuversichtlich

Offenbach - Auch bei den Unternehmen aus Stadt und Kreis Offenbach wächst nach Einschätzung der Deutschen Bank der Optimismus. „2010 war für uns ein gutes Jahr“, sagte Sabine Hermsdorf, Mitglied der Geschäftsführung des Instituts und zuständig für Firmenkunden in Hessen. Von Marc Kuhn

„Das haben wir auch in Offenbach gespürt.“ Sie sprach von verstärkter Zuversicht bei Unternehmen in der Region. So sei das Geschäft mit kurzfristigen Krediten im vergangenen Jahr gewachsen. Bei den langfristigen Investitionen sei ein „gutes Niveau“ gehalten worden. In diesem Bereich erwartet Hermsdorf 2011 ein starkes Wachstum. „Die Unternehmen trauen sich, die Kapazitäten auszubauen.“

Nach den Worten von Hermsdorf hat es in der Finanz- und Wirtschaftskrise keine Kreditklemme gegeben. Für mittelständische Kunden stünden Kredite in Höhe von mehr als 17 Milliarden Euro in Deutschland bereit. Gleichzeitig mahnte Hermsdorf Absicherungsstrategien gegen Schwankungen an den Rohstoffmärkten an - „ein wichtiges Thema für den Mittelstand“. Obwohl rund 60 Prozent der Firmen stark schwankende Rohstoffpreise als Risiko ansehen würden, würden sich die wenigsten dagegen absichern. Hermsdorf warnte: „Ohne Absicherungen kann es gefährlich werden.“ Sie riet den Unternehmen zu Termin- und Optionsgeschäften.

Anleger haben sich im vergangenen Jahr zurückgehalten

Ein leichtes Wachstum registrierte die Deutsche Bank im vergangenen Jahr bei den Privat- und Geschäftskunden. Rüdiger Noack, zuständig für die sogenannte Marktregion Offenbach/Darmstadt, berichtete, das Geldhaus betreute Ende 2010 etwa 146.000 Privat- und Geschäftskunden. Mit ihnen sei ein Geschäftsvolumen von 3,5 Milliarden Euro erzielt worden. In Offenbach zähle die Deutsche Bank rund 22.000 Kunden, erläuterte Filialleiter Dirk Hellmuth. Das Geschäftsvolumen belaufe sich auf etwa 530 Millionen Euro. Die Perspektiven für das laufende Jahr seien gut, erklärte Hellmuth weiter und verwies auf die günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen.

Angesichts der Unsicherheiten an den Börsen und der Staatsverschuldung im Euro-Raum hätten sich viele Anleger im vergangenen Jahr zurückgehalten, erklärte Noack. Auf reges Interesse sei Festgeld getroffen. In der Marktsregion seien 116 Millionen Euro auf diese Weise angelegt worden. In Offenbach waren es 13 Millionen Euro.

Im Geschäft mit vermögenden Privatkunden war 2010 für die Deutsche Bank das erfolgreichste Jahr, wie Daniel Hoster, zuständig für diesem Bereich unter anderem in Frankfurt und Offenbach, sagte. Deutsche Kunden hätten seinem Institut im vergangenen Jahr rund fünf Milliarden Euro anvertraut, in der Region seien es rund 738 Millionen Euro gewesen.

Mit der Initiative „Finanzielle Allgemeinbildung“ will die Deutsche Bank nach den Worten von Hellmuth die Wirtschaftskompetenz an den Schulen in der Region fördern. Den Jugendlichen sollen Kenntnisse zu Finanzthemen nahegebracht werden. Dafür sollen Mitarbeiter des Instituts in den Unterricht kommen. Als erste Schule wolle das Albert-Einstein-Gymnasium in Maintal an der Initiative teilnehmen, erklärte Hellmuth.

Rubriklistenbild: © dpa

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