Opel: Drei Angebote für Einstieg

+
Im Ringen um die Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel haben am Mittwoch die potenziellen Investoren Fiat, Magna und Ripplewood Angebote vorgelegt.

Rüsselsheim/Wiesbaden - Im Ringen um die Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel haben am Mittwoch die potenziellen Investoren Fiat, Magna und Ripplewood Angebote vorgelegt. Das sagte ein Sprecher der Opel-Mutter General Motors ( GM ) in Europa am Mittwochabend, ohne nähere Angaben zu den Offerten zu machen.

Vor einer Stellungnahme wolle Opel die Konzepte in den nächsten Tagen zunächst eingehend prüfen. GM -Europachef Carl-Peter Forster sagte: „Über das Interesse möglicher Investoren freuen wir uns.“ GME bewerte das Interesse als wichtigen Schritt nach vorne. Der italienische Hersteller Fiat teilte in Turin mit, dass sein Angebot für das europäische Geschäft der deutschen General-Motors-Tochter und deren britische Schwester Vauxhall gelte. Einzelheiten nannte Fiat nicht.

Sollte die Übernahme zustande kommen, werde ein neuer Konzern gebildet, der Fiat einschließlich der Beteiligung an Chrysler sowie Opel umfassen würde. Auch der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna legte zusammen mit dem russischen Autobauer Gaz ein Übernahme-Konzept beim Bundeswirtschaftsministerium vor. Magna will mit Gaz und finanzieller Unterstützung der russischen Bank Sberbank die Mehrheit an dem angeschlagenen Konzern übernehmen. Der Zulieferer gab keinen Kommentar ab. Über das Konzept des amerikanischen Finanzinvestors Ripplewood wurde zunächst nichts bekannt. Die Bundesregierung bevorzugt jedoch einen Investor, der möglichst selbst in der Automobilbranche tätig ist. Deshalb werden Ripplewood und seiner europäischen Tochter RHJ International wenig Chancen eingeräumt.

Die Verhandlungen über Opel stehen unter einem enormen Zeitdruck. Die Bundesregierung versucht den deutschen Autobauer aus dem drohenden Insolvenzstrudel von GM herauszuhalten. Deshalb hatte Berlin für die Konzepte potenzieller Investoren eine Abgabefrist bis Mittwochabend festgesetzt. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm versicherte, die Bundesregierung werde sich parallel zu GM und zur US-Regierung umgehend an die Auswertung der Zukunftsmodelle für den deutschen Autobauer machen. Man stehe innerhalb der zuständigen Bundesministerien sowie mit den betroffenen Landesregierungen, aber auch mit GM , Opel und GM -Europe sowie mit der US-Regierung in ständigem Kontakt.

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare