Nachfolger des Zafira soll in Frankreich gebaut werden

Opel setzt mit neuem Modell auf Rüsselsheim

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Rüsselsheim - Der angeschlagene Autobauer Opel will mit der Produktion eines noch unbekannten neuen Modells sein Werk in Rüsselsheim stärken.

Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, die Zusammenarbeit mit dem ebenfalls kriselnden Konzern PSA Peugeot Citroën umzukrempeln, nachdem sich Einsparungen offenbar nicht im erhofften Umfang erzielen ließen. PSA seinerseits muss für 2013 rund 1,1 Milliarden Euro abschreiben. Derzeit baut Opel an seinem Stammsitz in Rüsselsheim vier Varianten seines Modells Insignia. Ab 2015 soll dort die aktuelle Generation des Zafira vom Band laufen. Dieses Modell baut Opel derzeit noch in seinem Bochumer Werk, das der Hersteller Ende 2014 aber schließen will. Nach dem Zafira schließlich soll in Rüsselsheim das nun angekündigte neue Modell hergestellt werden. Weitere Details zu dem neuen Opel wollte das Unternehmen aus Wettbewerbsgründen noch nicht nennen. Wann genau das Auto in Rüsselsheim erstmals vom Band laufen solle, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher. Das Vorhaben sei „wichtig für die Planungssicherheit am Standort Rüsselsheim“.

Produktionsort für das Nachfolgemodell des Opel Zafira soll Sochaux in Ostfrankreich werden, wo der französische Hersteller PSA Peugeot Citroën ein Werk betreibt. Gemeinsam werden Opel und PSA dort die entsprechenden Wagen fertigen, wie beide Konzerne mitteilten. Die Zusammenarbeit ist Teil der Allianz, die PSA und die Opel-Mutter General Motors (GM) 2012 geschlossen hatten. An anderer Stelle wollen Opel und PSA in Zukunft getrennte Wege gehen. Ihre Zusammenarbeit bei Kleinwagen und bei kleinen Benzinmotoren wollen die Autobauer aufgeben. Stattdessen strebten sie nun eine Zusammenarbeit im Bereich leichter Nutzfahrzeuge an. Von ihrer Kooperation versprechen sie sich Synergien von nun noch rund 870 Millionen Euro ab 2018. Bisher hatten sie Synergien von zwei Milliarden Dollar angestrebt.

Opel und PSA leiden im Zuge der Eurokrise unter schwachen Verkaufszahlen. Beide Hersteller verkaufen vor allem auch in Südeuropa Autos, wo die Arbeitslosigkeit hoch ist. Wegen der andauernden Absatzschwäche und zusätzlicher ungünstiger Wechselkursentwicklungen rechnet PSA für das laufende Jahr mit Abschreibungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Zudem bestätigte PSA Gespräche über einen möglichen Einstieg des chinesischen Autobauers Dongfeng als PSA-Aktionär und Pläne für eine Kapitalerhöhung. Der GM-Konzern teilte gestern mit, er werde seinen Sieben-Prozent-Anteil an PSA an „institutionelle Anleger“ verkaufen. afp

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