Experten stehen bei einer Telefonaktion für die Leser unserer Zeitung am nächsten Donnerstag Rede und Antwort

Pflege stellt Angehörige vor Probleme

Offenbach - (ku) Derzeit leben in Deutschland rund zwei Millionen Menschen, die ihren Alltag aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung allein nicht mehr bewältigen können. Die Zahl dieser Pflegebedürftigen steigt weiter an, denn die Gesellschaften der Industrienationen werden immer älter. Ein Großteil dieser Menschen möchte zu Hause gepflegt werden. Doch das stellt die Angehörigen häufig vor Probleme.

Sie benötigen zudem Informationen, wenn es um die Qualität einer Pflegeeinrichtung geht. Oft wollen Angehörige auch wissen, wie es um ihre eigene soziale Absicherung steht, wenn sie als berufstätige Kinder die Pflege ihrer Eltern übernehmen. Möglicherweise suchen sie auch eine umfassende Betreuung, beispielsweise für einen demenzkranken Angehörigen oder brauchen Hilfe bei der Beantragung von Pflegegeld.

Bei Fragen und Tipps rund um das Thema Pflege stehen Experten bei einer kostenlosen Telefonaktion für die Leser unserer Zeitung am Donnerstag in der Zeit von 16 bis 18 Uhr Rede und Antwort. Am Telefon:

Tina Jäger, Gesundheitsexpertin und Pflegeberaterin bei der Barmer (069/85008279);

Alexandra Kinski, Referentin Gesundheitsdienstleistungen, Verbraucherzentrale Hessen  e. V.  (069/85008280);

Christopher Albrecht, Vorsorgespezialist, HUK-Coburg (069/85008281);

Manfred Mauer, Landesbeauftragter, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., Leiter der Landesgeschäftsstelle in Wiesbaden (069/85008234).

Die Pflegereform passt die Strukturen in der Pflegeversicherung besser an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen an. Sie bringt den Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegekräften Verbesserungen: Es gibt höhere Zahlungen beim Pflegegeld, den Sachleistungen und bei der Heimunterbringung.

Jemand, der zuhause betreut wird, erhält beispielsweise ebenso mehr Pflegegeld wie Bedürftige, die in Heimen leben. Die Höhe der Zuwendung richtet sich nach der Pflegestufe. Diese hängt davon ab, wie viel Hilfe täglich bei Ernährung, Körperpflege oder im Haushalt nötig ist. Unabhängig von der Pflegestufe erhalten beispielsweise an Demenz erkrankte Menschen mehr Geld. Neu ist auch, dass sich Beschäftigte zur Pflege eines nahen Angehörigen bis zu sechs Monate von der Arbeit freistellen lassen können. In dieser unbezahlten Zeit ruht das Arbeitsverhältnis. Aber auch eine kurzfristige Freistellung für bis zu zehn Tage ist möglich, wenn bei plötzlichem Eintritt der Pflegebedürftigkeit naher Angehöriger eine Pflege organisiert werden muss. Eine Reihe von Maßnahmen trägt auch dazu bei, dass die Qualität der Pflege verbessert wird: Verständliche Prüfberichte sorgen für mehr Transparenz bei der Qualität der Pflegeeinrichtungen. Betroffene können auf diese Weise gute und weniger gute Einrichtungen besser voneinander unterscheiden.

Um die Ausgaben zu finanzieren, zahlen alle gesetzlich Krankenversicherten von ihrem Einkommen bundeseinheitlich 1,95 Prozent und damit 0,25 Prozent mehr als zuvor. Die sich daraus ergebenden jährlichen zusätzlichen Einnahmen sichern nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums die Finanzierung der Pflegeversicherung bis 2015.

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