Phoenix-Anleger warten weiteraufEntschädigung

Frankfurt - (dpa) Die geprellten Anleger der Pleitefirma Phoenix Kapitaldienst müssen vier Jahre nach Auffliegen des Betrugs weiterhin auf Entschädigung warten. Das sei die Konsequenz eines Beschlusses des Bundesgerichtshofes (BGH) von Anfang Februar, erläuterte die Kanzlei von Insolvenzverwalter Frank Schmitt gestern.

Der BGH hatte Schmitts Insolvenzplan, der die Auszahlung von 200 Millionen der 230 Millionen Euro Insolvenzmasse vorsieht, endgültig verworfen. Schmitt will sich nun heute mit dem Gläubigerausschuss beraten und Anfang nächster Woche über das weitere Vorgehen informieren.

Eine Gläubigerversammlung hatte dem Plan im April 2007 fast einstimmig zugestimmt und den mehr als 30 000 geprellten Anlegern Hoffnung auf baldige Rückerstattung zumindest eines Teils ihrer Gelder gemacht. Doch schon das Landgericht Frankfurt versagte dem Insolvenzplan die Bestätigung, nachdem Großgläubiger gegen das Verfahren geklagt hatten. Die Karlsruher Richter ließen den Insolvenzplan daran scheitern, dass eine Feststellung der Insolvenzforderung in dem Plan nicht vorgenommen werden könne (Az.: IX ZB 230/07, 5. Februar).

Die Frankfurter Firma Phoenix Kapitaldienst hatte mit Hilfe gefälschter Unterlagen Wertpapiergeschäfte vorgetäuscht und Anleger seit Anfang der 1990er Jahre um insgesamt gut 600 Millionen Euro geprellt. Der Betrug war Anfang 2005 aufgeflogen, weil nach dem Tod von Firmengründer Dieter Breitkreuz die Geschäftsführung gewechselt hatte. Phoenix Kapitaldienst musste Insolvenz anmelden. Zwei Ex-Manager wurden 2006 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

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