BDEW-Chefin Müller beim Offenbacher Dialog der IHK

Plädoyer für eine rasche Energiewende

Offenbach (ku) - Erst kürzlich hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Fukushima eine viel beachtete Kehrtwende in seiner Politik vollzogen.

Beim Offenbacher Dialog der Industrie- und Handelskammer (IHK) machte sich die Vorsitzende der der Hauptgeschäftsführung des BDEW, Hildegard Müller, für die Energiewende stark. „Alle Energieversorger sind sich bewusst, dass die Ereignisse in Japan eine Zäsur darstellen“, sagte die Chefin des wichtigen Stromlobby-Verbands bei der Veranstaltung, die unter dem Thema „Energiekonzept für Deutschland: sicher - nachhaltig, effizient - bezahlbar“ stand. Nach langen Debatten habe sich der BDEW „für einen schnellen und vollständigen Ausstieg aus der Kernenergienutzung bis zum Jahr 2020, spätestens aber entsprechend den Vorgaben des Ausstiegsbeschlusses von 2002, also bis zum Jahr 2022/23 ausgesprochen. “ Die Versorgungssicherheit, der Klimaschutz und die Bezahlbarkeit der Energieversorgung müssten aber sichergestellt sein. Neben den erneuerbaren Energien müssten auch Gas- und Kohlekraftwerke genutzt werden, erklärte Müller. Anlagen wie das Eon-Werk Staudinger in Großkrotzenburg seien „dringender denn je erforderlich, wenn wir aus der Atomenergie aussteigen“. Müller fügte hinzu: „Das gehört zu den unbequemen Wahrheiten. “ Gleichzeitig machte die BDEW-Chefin deutlich, dass sie die deutschen Atomkraftwerke für die sichersten der Welt hält.

Bereits vor Fukushima habe sich die Wirtschaft in Offenbach Gedanken über die Zukunft der Energieversorgung gemacht, erklärte IHK-Präsident Alfred Clouth. Ein schneller Ausstieg aus der Atomenergie werde von der Wirtschaft mitgetragen, sagte er bei einer Podiumsdiskussion nach Müllers Vortrag. Laut Müller wird die Energieversorgung künftig dezentraler. Der Umbau des Systems bietet nach den Worten von EVO-Chef Michael Homann die Chance, in die Erzeugung von Energie zu investieren. „Damit brechen wir Schritt für Schritt das Erzeugeroligopol auf.“ Zwar seien in einer Übergangszeit noch Gas- und Kohlekraftwerke nötig, erklärte auch Homann. Die Energieversorgung Offenbach investiere aber erhebliche Mittel in regenerative Energien. Dabei setzt die EVO nach Angaben ihres Chefs auf Holz zur Herstellung von Pellets und auf Windkraftanlagen.

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