Prozess um Banken-Skandal

Ex-Chef von Hypo Alpe Adria muss in Haft

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Tilo Berlin, früherer Vorstandschef der Hypo Group Alpe Adria (HGAA).

Klagenfurt - Tilo Berlin, Ex-Vorstandschef der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA), muss in Haft: Das Landgericht Klagenfurt verurteilte ihn zu über 2 Jahren hinter Gittern.

Der frühere Vorstandschef der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) Tilo Berlin ist wegen Untreue zu 26 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht Klagenfurt sah es als erwiesen an, dass er die Bank durch Nebenvereinbarungen mit Investoren geschädigt habe. Dabei ging es um die Ausgabe von Vorzugsaktien im Jahr 2006, deren Rückkauf den Investoren versprochen wurde. Auch die Ausschüttung einer Sonderdividende in Höhe von 2,5 Millionen Euro sei nicht rechtens gewesen, stellte das Gericht am späten Dienstagabend fest. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert und kündigte Berufung an.

In dieser Angelegenheit waren im Februar bereits die Ex-Vorstände Wolfgang Kulterer, Josef Kircher und Siegfried Grigg zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Der Aktiendeal im Wert von mehr als 100 Millionen Euro war als Eigenkapital ausgewiesen worden. Dies könnte auch eine Rolle bei der Beurteilung der Lage der Hypo Alpe Adria vor dem Kauf durch die BayernLB im Jahr 2007 spielen. Österreich hatte die marode HGAA 2009 zurückgenommen und notverstaatlicht. Die BayernLB und Österreich streiten heute vor mehreren Gerichten, ob sie vom jeweiligen Vorbesitzer getäuscht worden waren.

Tilo Berlin war im Jahr 2007 maßgeblich am Verkauf der HGAA an die BayernLB beteiligt und gilt deshalb als eine der Schlüsselfiguren im Skandal um die Bank. Im Münchner Strafprozess gegen ehemalige BayernLB-Vorstände wegen Verdachts der Untreue hatte Tilo Berlin im März nicht aussagen wollen - wegen laufender HGAA-Verfahren hatte er von seinem Recht auf Auskunftsverweigerung Gebrauch gemacht.

dpa

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