Prozesse in Firmen optimieren

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Kleine Transponder senden Daten an die Computer.

Offenbach/Karlsruhe - Frank Wernert will Transparenz schaffen. „Unsere Software Tagpilot dient dazu, Dinge, die sich bewegen, sichtbar zu machen“, sagt der Geschäftsführer von Tagnology Systems unserer Zeitung. Von Marc Kuhn

Sein in Karlsruhe beheimatetes Unternehmen sorgt in Arbeitsprozessen von Firmen mit speziellen Markierungen - zu Englisch Tag - und in Hallen installierten Antennen sowie mit der entsprechenden Software dafür, dass beispielsweise das Beladen von Paletten oder das Warten von Flugzeugen beschleunigt wird. Zu den Kunden zählt unter anderem die Lufthansa. Kürzlich hat Wernert das System dem Vorstand von Fraport in Frankfurt vorgestellt.

Wenn Wernert das Tagpilot-System erläutert, verweist er gern als Beispiel auf Projekte bei seinem größten Kunden, der Pharmafirma Boehringer-Ingelheim. Dort werden beispielsweise in der Produktion viele Behälter benötigt. Ihr Management läuft über Tagpilot. Die Behälter sind mit sogenannten Transpondern - eine Art Code - versehen. Antennen im Unternehmen registrieren stets ihren Standort, Zustand und Verfügbarkeit. Die Daten werden an Computersysteme gemeldet, sodass Mitarbeiter die Produktionsprozesse optimal steuern können.

Wartung von Flugzeugen bei der Lufthansa Cargo

Ähnliches läuft bei der Wartung von Flugzeugen bei der Lufthansa Cargo in Hamburg ab, wie Wernert berichtet. Früher dauerte die Bearbeitung zum Beispiel von einer ausgebauten Heizung drei Tage, weil Teile zu lange an verschiedenen Standorten stehen blieben. Ziel der LH war es, den Wartungsprozess auf einen Tag zu verkürzen. Mit Hilfe der permanenten Überwachung der Transportvorgänge konnten diese optimiert werden. „Das macht das Ganze enorm effizient.“ Ähnlich lasse sich mit Transpondern und Antennen am Frankfurter Flughafen die Zusammenstellung von Paletten steuern, die in Frachtfliegern und an Bord von Passagiermaschinen transportiert werden. Nach den Worten von Wernert kann so auch für mehr Sicherheit im Gefahrgutbereich gesorgt werden.

Seine Firma hat den Fokus auf Flughäfen und die dortigen Logistikprozesse gerichtet. Deshalb hatte ihr Vorgänger Silverstroke im Herbst ein Büro in Frankfurt eröffnet. Das Unternehmen war Teil des japanischen Telekomgiganten NTT DATA mit 50.000 Mitarbeitern. Der Geschäftsbereich ist kürzlich ausgegliedert und mit dem Partner Tagnology RFID zusammengeführt worden, wie Wernert sagt. Tagnology Systems arbeite weiter eng mit NTT Data Germany in Frankfurt zusammen.

Noch Zukunftsmusik

Das Anwendungsfeld der Tagnology-Produkte ist nach Einschätzung von Wernert groß. Auch wenn es noch Zukunftsmusik ist: So lässt sich mit Tags und Software auch der Lkw-Verkehr am Flughafen steuern. Auf diese Weise können Staus und lange Wartezeiten verhindert sowie die Umwelt entlastet werden. Und durch die Optimierung der Abläufe würden die beteiligten Firmen Geld sparen, sagt Wernert.

Die technischen Möglichkeiten seien in den vergangenen zwei, drei Jahren zur Marktreife gebracht worden, berichtet er weiter. Die neue Technologie sei zwar sehr innovativ, jedoch erst seit kurzem wirtschaftlich sinnvoll einsetzbar. „Wir sind erst am Anfang mit den Lösungen.“ Die Kunden müssten zwischen 20.000 und 500.000 Euro investieren. Die Ausgaben würden sich aber nach ein bis zwei Jahren rechnen.

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