Richtige Vorsorge für den Ruhestand wichtig

Offenbach (ku) ‐ Finanzielle Sicherheit im Alter - das wünscht sich jeder. Ein Großteil der „jungen Alten“ beginnt den Ruhestand materiell besser abgesichert als frühere Generationen. Die über 50-Jährigen vereinigen die Hälfte der gesamten Kaufkraft Deutschlands auf sich.

Im Alter zwischen 50 und 70 Jahren verfügen die Menschen über das größte Nettogeldvermögen ihres Lebens. Momentan. Das sieht in Zukunft unter Umständen anders aus: Um den Lebensstandard eines Rentnerpaares zu halten, das heute nach Abzug von Abgaben und Steuern über 1.700 Euro im Monat verfügt, muss 2030 eine privat ersparte Rente von brutto bis zu 329 Euro hinzukommen. Dies bedeutet, bis dahin knapp 10 Prozent vom derzeitigen Bruttogehalt zusätzlich anzusparen. Wer also auch im Ruhestand den gewohnten Lebensstandard genießen möchte, sollte sich rechtzeitig über dessen Finanzierung Gedanken machen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Produkt bieten Experten am Donnerstag in der Zeit von 16 bis 18 Uhr bei einer Telefonaktion für die Leser unserer Zeitung.

Am Telefon:

Sven Büttner, Vorsorgeexperte der HUK-Coburg (069/85008279);

Martin Fried, Berater der Deutschen Rentenversicherung (069/85008280);

Axel Jung, Mitglied des Steuerausschusses der Steuerberaterkammer Hessen (069/85008281).

Zunächst gibt es die Basisversorgung in Form der gesetzlichen Rentenversicherung, der berufsständischen Versorgungseinrichtung und der landwirtschaftlichen Alterskasse. Hinzu kommt die private Basisrente. Dabei handelt es sich um eine freiwillige private Leibrentenversicherung, die bei einem Lebensversicherungsunternehmen abgeschlossen werden kann. Ihr Konzept ähnelt dem der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Staat beteiligt sich über steuerliche Erleichterungen an der Finanzierung dieser Form der privaten Vorsorge. Die Basisrente garantiert im Alter ein zusätzliches Monatseinkommen, das lebenslang gezahlt wird, egal, wie alt der Versicherte wird. Das Angebot wendet sich vor allem an Selbstständige und Freiberufler, die den Förderrahmen für ihre private Vorsorge nutzen können.

Die zweite Komponente der Altersvorsorge bildet die kapitalgedeckte Zusatzversorgung. Dazu gehört unter anderem die betriebliche Altersversorgung (BAV). Jeder Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch, Teile seines Gehalts in eine BAV umzuwandeln. Mögliche Vorsorgeformen sind zum Beispiel die Pensionskasse und die Direktversicherung. Die Beiträge sind steuerfrei.

Rieseter-Rente und private Vorsorge

Vor allem für Familien mit Kindern eignet sich die „Riester“-Rente, das zweite Produkt der kapitalgedeckten Zusatzversorgung. Die Riester-Rente garantiert im Alter ein zusätzliches laufendes Einkommen, das lebenslang gezahlt wird. Eine attraktive staatliche Förderung hilft bei der Finanzierung dieser privaten Zusatzversorgung. Da die Riester-Rente Familien mit Kindern die eigenverantwortliche Altersvorsorge erleichtern soll, unterteilt sich die Riester-Zulage in eine Grundzulage, die der Versicherte erhält, und eine Kinderzulage, die pro Kind gezahlt wird.

Die dritte Komponente der Altersvorsorge ist die klassische private Kapital- und Rentenversicherung. Hervorzuheben sind: eine solide Verzinsung, eine flexiblere Vertragsgestaltung mit Blick auf die Erwerbsunfähigkeit, Hinterbliebenenschutz bereits vor Erreichen des Rentenalters und eine frühzeitige und steuerlich begünstigte Auszahlung. Eine Lebensversicherung kann auch als Sicherheit für ein Baudarlehen dienen. Bei einer Vertragsdauer von mindestens zwölf Jahren sind 50 Prozent der Erträge einer Kapitallebensversicherung steuerfrei, wenn der Versicherungsnehmer dann mindestens 60 Jahre alt ist.

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