Riester-Gelder nur für selbst bewohntes Haus

Offenbach - (ku) Mit dem Wohn-Riester lässt sich Eigentum zur privaten Vorsorge nutzen. Und das staatlich gefördert: Sparer erhalten Zulagen und genießen steuerliche Vorteile. Bei einer Telefonaktion für die Leser unserer Zeitung haben Experten Fragen zu dem Thema beantwortet. Für alle, die nicht durchgekommen sind, hier häufig gestellte Fragen.

Wir haben 2006 ein Haus für unsere Familie gekauft und mit einem Bankdarlehen finanziert. Können wir dafür Zulagen und eine Steuerersparnis nach der neuen Wohn-Riester-Förderung erhalten?

Nein, da Sie Ihr Haus vor 2008 gekauft haben, scheidet eine Tilgungsförderung aus.

Ich plane den Erwerb einer Wohnung. Muss ich bei einer Finanzierung über einen Wohn-Riester die Wohnung immer selbst bewohnen?

Ja. Einer anderen Person die Wohnung überlassen oder vermieten dürfen Sie nur unter engen Voraussetzungen. Ansonsten gilt das als förderschädlicher Abbruch des Vertrages. Voraussetzung ist also, dass die Überlassung der Wohnung von vornherein zeitlich befristet wird und Sie beabsichtigen, diese anschließend wieder selbst zu bewohnen. Beachten Sie Folgendes: Im Rentenalter, also spätestens ab dem 67. Lebensjahr, muss die Wohnung vom Wohn-Riester-Geförderten selbst bewohnt werden.

Wir haben im Januar eine Wohnung für unsere junge Familie gekauft. Die Finanzierung läuft die nächsten 10 Jahre über ein Bankdarlehen. Unsere Bank hat uns kein Wohn-Riester-Darlehen angeboten. Können wir trotzdem die Wohn-Riester-Förderung erhalten?

Die staatliche Förderung können Sie mit Ihrem derzeitigen Darlehen nicht bekommen. Weil Sie Ihre Wohnung nach 2007 gekauft haben, sind Sie zwar förderberechtigt, aber nur für die Tilgung eines von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zertifizierten Riester-Darlehens gibt es die Zulage und eventuell Steuervorteile. Diese Darlehen werden erst seit November 2008 von einzelnen Banken angeboten.

Meine Frau und ich haben jeweils einen alten laufenden Riester-Vertrag, abgeschlossen im Jahre 2004. Wir beabsichtigen in diesem Frühjahr ein Haus zu finanzieren. Können wir das Kapital aus den laufenden Verträgen entnehmen?

Für das Jahr 2009 gibt es eine Übergangsregelung. In dieser Zeit ist die Entnahme nur möglich, wenn das geförderte Kapital mindestens 10 000 Euro pro Vertrag beträgt. Wenn Sie weniger gefördertes Kapital haben, so könnte man das Kapital in einen neuen Riester-Vertrag übertragen und dann entnehmen. Dabei ergeben sich aber wahrscheinlich hinsichtlich der Kündigungsfristen Schwierigkeiten.

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