Roland geht für Neustart pleite

Offenbach (ku/al) ‐ In jedem Ende steckt ein Anfang. Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller „manroland“ hat wie befürchtet beim Amtsgericht in Augsburg Insolvenzantrag gestellt.

Es ist seit Arcandor die größte Pleite in Deutschland innerhalb der letzten beiden Jahre. Das Management erhofft sich vom Insolvenzverfahren die Chance auf die Sanierung möglichst vieler Einheiten. Zunächst aber müssen 6500 Beschäftigte an allen Standorten des kriselnden Konzerns einen Monat vor Weihnachten um ihre Arbeitsplätze bangen. Besonders bitter sei es, dass noch nicht einmal mehr die Gehälter für November bezahlt werden könnten, klagte die Offenbacher Betriebsratsvorsitzende Alexandra Roßel. An ihrem Standort sind 1 900 „Roländer“ betroffen. Das Insolvenzverfahren biete hinreichend Chancen, weil das Unternehmen überzeugende Produkte, das nötige Know-how und eine exzellente Mannschaft habe, teilte der Konzern mit. Auslöser für den Insolvenzantrag sei ein dramatischer Einbruch im Auftragseingang gewesen. Zudem erschwere die Finanzkrise vielen Kunden die Finanzierung von Aufträgen. Insolvenzverwalter werden die Wirtschaftsprüfer von Schneider, Geiwitz & Partner.

Der Lkw-Bauer MAN hatte 2006 die Mehrheit an MAN Roland an Allianz Capital Partners verkauft. Hoffnungen auf einen baldigen Börsengang oder einen schnellen Verkauf musste der Finanzinvestor bald begraben. Seit dem Einstieg hat sich der Umsatz halbiert, seit 2009 schreibt „manroland“ auch operativ Verluste. Die IG Metall wirft den Anteilseignern mangelnde finanzielle Hilfe vor. Sie seien nicht zu weiterer Unterstützung bereit gewesen, nachdem sich ein möglicher Investor überraschend zurückgezogen hatte, erklärte Aufsichtsratsvize Jürgen Kerner.

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