Schmiergeldprozess gegen ehemaligen Infineon-Chef

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Dem Ex-Infineon-Chef Ulrich Schumacher werden Bestechlichkeit, Untreue und versuchter Betrug vorgeworfen. 

München - Der ehemalige Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat den Vorwurf der Bestechlichkeit vor dem Landgericht München I zurückgewiesen. Schumacher wird Bestechlichkeit, Untreue, versuchter Betrug und Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Zu Beginn des Prozesses sagte Schumacher am Montag: “Ich war und bin nicht käuflich. Ich habe niemals Bestechungsgeld entgegengenommen, verlangt oder erwartet.“ Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe sich sein Rennsporthobby von einem Infineon-Geschäftspartner bezahlen lassen. Schumacher soll vom Unternehmer Ralf Udo Schneider, der für Infineon Rennsportmarketing betrieb, Hunderttausende Euro erhalten haben. Unter anderem soll Schneider Schumacher die Rennlizenz und über Jahre hinweg die Teilnahme an zahlreichen Autorennen bezahlt haben, um die Geschäftsbeziehung zu erhalten.

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Ex-Infineon-Chef Schumacher vor Gericht

Schneider hat dies in seinem eigenen Verfahren eingeräumt und wurde unter anderem dafür rechtskräftig zu vier Jahren verurteilt. Auch ein anderer ehemaliger Infineon Vorstand, der auf Schneiders Kosten Rennen gefahren sein soll, wurde verurteilt. Schumacher räumte am Montag vor Gericht ein, in der Vergangenheit in seiner Selbstdarstellung und dem Stil seiner Unternehmensführung Fehler gemacht zu haben. Die Vorurteile gegen ihn seien teilweise nicht unberechtigt und heute würde er vieles anders machen, sagte er. Die strafrechtlich relevanten Vorwürfe der Staatsanwaltschaft wies er aber zurück.

Schumacher stellt sich als Opfer dar

Der ehemalige Infineon-Chef, der das Unternehmen seit der Ausgründung aus Siemens bis März 2004 insgesamt fünf Jahre leitete, stellte sich als Opfer dar. Die Aussagen Schneiders, die ihn belasteten, seien falsch. Es sei die größte Enttäuschung seines Lebens, dass sein ehemaliger Freund, ihn mit “infamen Lügen vernichten will“, sagte Schumacher. Warum Schneider ihn belaste, sei ihm unbegreiflich. “Herr Schneider war mein engster Freund und er konnte alles von mir haben“, sagte der ehemalige Infineon-Chef. “Der Vorwurf, ich hätte ihn ausgenützt, ist absurd.

Schumacher sagte, er habe Schneider finanziell unterstützt, als dieser vor Gericht musste. Später hätten Schneiders Anwälte immer wieder Geld gefordert und gedroht, andernfalls könne ihr Mandant sein Aussageverhalten ändern und Schumacher belasten. Mit Freundschaft habe dies nichts mehr zu tun gehabt, sagte der ehemalige Infineon-Chef, sondern sei “reine Erpressung“ gewesen.

AP

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