Schmuckkette in der Insolvenz

Hanau/Frankfurt (ku) - In Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat der Uhren- und Schmuckhändler Gold Meister GmbH kurz vor Ostern Insolvenzantrag gestellt.

Das teilte der vom Amtsgericht Hanau zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner gestern in Frankfurt mit. Der Verkauf in den Geschäften an mehr als 130 Standorten unter anderem in Dreieich, Neu-Isenburg, Maintal, Frankfurt und Eschborn gehe weiter. Von der Insolvenz sind mehr als 50 Mitarbeiter in der Firmenzentrale in Hanau betroffen, bundesweit sind es über 700.

„Die Mitarbeiter haben seit Mitte März keinen Lohn mehr bekommen, deshalb haben wir als eine der ersten Maßnahmen die Vorfinanzierung des ihnen zustehenden Insolvenzgeldes auf den Weg gebracht“, erklärte Plathner. „Auch mit den Vermietern der Shops und Lieferanten werden wir in Kontakt treten.“

Erste Pläne für Sanierungskonzept

Es habe bereits erste Gespräche über ein mögliches Sanierungskonzept für die Uhren- und Schmuckhandelsgruppe gegeben. „Wir müssen allerdings noch viele Hindernisse aus dem Weg räumen, bevor eine dauerhafte Lösung Gestalt annehmen kann“, sagte Plathner. „Inwieweit Sanierungschancen bestehen, kann zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.“ Klar sei, dass eine Erhaltung des Betriebs ohne neue Investoren nicht möglich ist. „Wesentliches Problem ist der kurze Insolvenzgeldvorfinanzierungszeitraum, innerhalb dessen wir die Sanierung stemmen und Interessenten finden müssen,“ so Plathner.

Die ersten Geschäfte von Gold Meister wurden den Angaben zufolge 1987 eröffnet. Vornehmlich in Einkaufszentren und Warenhäusern mit hoher Publikumsfrequenz werden eigene Uhren- und Schmuckmarken wie Goldea, GM Inspirit, GM Uhren, Magic Signs und Silbella ebenso angeboten wie Fremdmarken. Nachdem 2008 die 150. Filialeröffnung gefeiert wurde, „wurde der expansive Wachstumskurs des Unternehmens in der Folge durch die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise abrupt gebremst“, teilte die Kanzlei mit. Der Umsatzeinbruch und der hohe Liquiditätsbedarf hätten die Substanz der Firma aufgezehrt, so dass sie ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte.

Rubriklistenbild: © dpa

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