Lufthansa-Tarifkonflikt

Kommentar: Schneller Rückzug

Dass die gut bezahlten Piloten streikten und den Luftverkehr lahmlegten, musste in den Ohren vieler von der Wirtschaftskrise gebeutelter Arbeitnehmer wie Hohn klingen. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Von denen, die die Hartz-IV-Debatte als Betroffene erdulden, ganz zu schweigen. Doch es geht den Piloten vor allem um die Sicherung ihrer Arbeitsplätze. Dafür zu kämpfen, steht ihnen zu wie allen anderen Arbeitnehmern auch. Dass sie allerdings gestern Morgen noch große Töne spuckten, um sich am Abend vor Gericht auf eine vorläufige Aussetzung des Streiks zu einigen, lässt doch zweifeln, wie ernst es gemeint war, den Kranich vier Tage oder gar länger auf dem Boden zu halten.

Eines sollten beide Seiten im Interesse der Passagiere nicht vergessen: Diese wünschen sich alle gut ausgebildete Leute im Cockpit, deren Arbeitsbedingungen ihrer großen Verantwortung entsprechen. Der Trend zum Superbilligflug ist deshalb durchaus bedenklich. Allerdings muss man sich Lufthansa auch leisten können. Wer’s nicht kann oder will, fliegt billig und verdrängt die Angst. Das hilft weder der Lufthansa noch ihren Piloten.

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