IDS setzt auf Internethandel

+
Der Logistikspezialist IDS reagiert auf das veränderte Einkaufsverhalten in Deutschland und setzt verstärkt auf den Internethandel.

Frankfurt ‐ Der Logistikspezialist IDS reagiert auf das veränderte Einkaufsverhalten in Deutschland und setzt verstärkt auf den Internethandel. Von Marc Kuhn

Im vergangenen Jahr sei der Onlinehandel in Deutschland stark gewachsen, sagte Michael Bargl, Geschäftsführer der größten deutschen Stückgutkooperation mit Firmensitz in Kleinostheim, gestern in Frankfurt. Bisher würden etwa sechs Prozent der Sendungen, die sein Unternehmen transportiere, an private Haushalte geliefert. Im Geschäft mit Lieferungen direkt zum Endverbraucher sieht Bargl enormes Potenzial. Der Beiratsvorsitzende der IDS Logistik, Mathias Krage, sprach von überproportionalen Wachstumschancen. Im Verbund von IDS sind Mittelständler sowie große Firmen der Branche wie Kühne + Nagel sowie DSV zusammengeschlossen. Die Kooperation unterhält 44 Standorte.

Sein Unternehmen arbeite mit professionellen Großversendern zusammen, erklärte Bargl. „Internethändler sind höchst interessiert daran, dass der Transport klappt.“ Die online bestellten Waren wie Waschmaschinen oder Fernseher würden von IDS ausgeliefert. Zudem wolle der Logistiker seinen Service in diesem Jahr ausbauen. So sollen Lieferungen zu späteren Tageszeiten und an Samstagen möglich werden. Darüber hinaus suche das Unternehmen nach Kooperationspartnern, die beispielsweise die Waschmaschinen anschließen und den Fernseher gleich einstellen können, berichtete Bargl. Für den zusätzlichen Service müssten die Kunden natürlich einen Aufpreis zahlen.

Gelieferte Maschine gleich anschließen

Bargl erläuterte weiter, dass die internationale Wirtschaftskrise IDS Logistik im vergangenen Jahr hart getroffen hat. Der Umsatz sei von gut 1,7 auf 1,49 Milliarden Euro gefallen - ein Minus von 13 Prozent. Die Stückgutkooperation habe mehr als 9,3 Millionen Sendungen transportiert. Das seien sieben Prozent weniger als im Rekordjahr 2008, als erstmals mehr als zehn Millionen Sendungen ausgeliefert worden seien. „Unsere Umsatz- und Sendungszahlen spiegeln die Entwicklung des deutschen Transportmarkts wider“, erläuterte Bargl. Experten würden die Rückgänge auf zehn bis 15 Prozent schätzen, weil die Hauptkunden der Stückguttransporteure Einbußen von mehr als 20 Prozent verkraften mussten.

So sei der Umsatz im Maschinenbau um knapp ein Viertel eingebrochen. Heftige Rückgänge habe es auch in der Automobilbranche und der chemischen Industrie gegeben. Positiv habe sich das internationale Geschäft entwickelt, sagte Bargl. Die Zahl der Sendungen in die europäischen Nachbarländer habe sich 2009 um fünf Prozent erhöht, obwohl zum Beispiel die deutschen Exporte in die Euroländer um etwa 15 Prozent eingebrochen seien. Die Zahl der Mitarbeiter bei IDS Logistik sei 2009 um neun Prozent auf etwa 6.540 gesunken, berichtete Bargl. In diesem Jahr soll sie konstant bleiben.

Mit vorsichtigem Optimismus blicke IDS Logistik in das laufende Jahr, sagte der Geschäftsführer. Seit September sei im nationalen Geschäft der Abwärtstrend gestoppt. Im Januar und Februar habe es Zuwächse von rund fünf Prozent gegeben. Bargl zeigte sich aber skeptisch, dass dieser Trend im ganzen Jahr anhalte. „Wir werden das Jahr 2011 brauchen, um die Verluste auszugleichen“, erklärte der Geschäftsführer.

Kommentare