Siemens streicht Jobs, aber nicht in Offenbach

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Der Standort Offenbach und das Schaltanlagenwerk in Fechenheim ist vom Stellenabbau nicht betroffen.

München/Offenbach (apn/ku) - Siemens baut etwa 2.000 Arbeitsplätze in Deutschland ab. Am stärksten betroffen sind die bayerischen Elektromotorenwerke Bad Neustadt an der Saale mit 840 und Erlangen mit 300 Stellen, wie der Konzern gestern mitteilte.

Der Standort Offenbach und das Schaltanlagenwerk in Fechenheim seien von dem Stellenabbau nicht betroffen, sagte ein Siemens-Sprecher unserer Zeitung. Die Unternehmenssparte, in der die Jobs abgebaut werden sollen, sei in Frankfurt mit einer Vertriebsabteilung vertreten, in der rund 100 Mitarbeiter beschäftigt seien.

Die Firmenleitung werde mit den Arbeitnehmervertretern Maßnahmen besprechen. Erst nach Abschluss der Gespräche könnten Angaben zu den Standorten, auch für Frankfurt, gemacht werden. Ein dauerhafter Auftragseinbruch im Industriegeschäft mache den Personalabbau bis Ende 2012 unausweichlich, erklärte Siemens. Entlassungen sollten aber möglichst vermieden werden, sagte Personalvorstand Siegfried Russwurm. IG Metall und Betriebsrat kündigten Widerstand an. „Stellenabbau und Standortschließungen sind weder intelligent noch verantwortungsvoll“, sagte die Aufsichtsrätin und IG-Metall-Tarifexpertin Sibylle Wankel.

Auftragseingang im Industriesektor rückläufig

Nach dem eben erst verkündeten Rekordgewinn von 1,5 Milliarden Euro im ersten Quartal und optimistischen Prognosen müsse Siemens eine Alternative finden. Sonst drohe „ein ernsthafter Konflikt“ mit Gewerkschaft und Betriebsrat. In Neustadt an der Saale bei Schweinfurt will Siemens die Produktion von Niederspannungs-Motoren bis 2012 auslaufen lassen und 840 Stellen streichen. Die Nachfrage sei um die Hälfte eingebrochen, und auch langfristig werde der Markt um ein Drittel unter dem alten Niveau bleiben, erklärte Industrievorstand Heinrich Hiesinger.

Deshalb werde die Produktion dieser Motoren im größeren tschechischen Werk Mohelnice konzentriert. In Bad Neustadt werde aber das Technologie- und Innovationszentrum für Motoren und Mechatronik mit etwa 1.200 Stellen ausgebaut. In Erlangen streicht Siemens 300 Stellen im Werk für elektronische Antriebstechnik. An mehreren Dutzend Standorten in ganz Deutschland müssten außerdem 850 Arbeitsplätze im Bereich Industriedienstleistungen abgebaut werden, sagte Vorstand Hiesinger. Der Auftragseingang im Industriesektor sei weiterhin rückläufig.

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