Unternehmen dementieren angebliche Verhandlungen

Steht „manroland“ vor Fusion mit Heideldruck?

Frankfurt - In der Druckmaschinenbranche bahnt sich möglicherweise eine einschneidende Konsolidierung an. Nach Informationen des Wirtschafts-Informationsdienstes Platow Brief stehen Heideldruck und das Offenbacher Unternehmen „manroland“ in intensiven Verhandlungen über eine Fusion. Von Marc Kuhn

Die Heidelberger sind Weltmarktführer im Bogenoffsetdruck mit einem Marktanteil von mehr als 40 Prozent, „manroland“ ist führend im Rollenoffsetdruck. Eine Sprecherin von „manroland“ sagte unserer Zeitung, zu „Gerüchten“ nehme ihr Unternehmen keine Stellung. Und auch ein Sprecher von Heideldruck erklärte: „Wir kommentieren grundsätzlich nicht solche Gerüchte.

Beide Konzerne leiden massiv unter der eingetrübten Konjunktur. Der Offenbacher Druckmaschinenhersteller hatte für das vergangenen Geschäftsjahr bei Umsatz und operativem Ergebnis deutliche Einbußen gemeldet. 2008 sei ein operatives Ergebnis (EBIT) von 52 Millionen Euro nach 125 Millionen Euro im Vorjahr erzielt worden. Dies entspreche einem Minus von 58 Prozent. Der Umsatz fiel um elf Prozent auf 1,727 Milliarden Euro. Im Juni hatte „manroland“ berichtet, dass sich der Auftragseingang wegen der internationalen Wirtschaftskrise weiter verschlechtert habe. Seit Jahresbeginn sei die Kurzarbeit ausgeweitet worden.

Beim Konkurrenten ist die Lage noch schlechter. „Das Geschäftsjahr 2008/09 war eines der schwierigsten in der Geschichte von Heidelberg“, hatte Vorstandschef Bernhard Schreier im Juni erklärt. Bei Heideldruck sank der Umsatz eigenen Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2008/2009 (31. März) um 18 Prozent auf 2,999 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,670 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) fiel auf minus 228 Millionen Euro (Vorjahr 268 Millionen Euro). Für das Geschäftsjahr 2009/2010 erwartet Heidelberg keine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Situation.

In dieser misslichen Lage hat die Allianz jetzt offenbar die Geduld verloren, schrieb der Platow Brief. Der Versicherer sei noch mit 12 Prozent an Heideldruck beteiligt, an „manroland“ halte die Venture-Capital-Tochter Allianz Capital Partners 65 Prozent. Es gelte „als wahrscheinlich, dass Heideldruck aus kartellrechtlichen Gründen sich nach einer Fusion vom Umsatz im Bogengeschäft trennen müsste“.

Rubriklistenbild: © manroland AG

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