Studie

Rentensystem benachteiligt Familien

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Das Rentensystem benachteiligt laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung Familien.

Berlin - Das Rentensystem benachteiligt laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung Familien. So werde ein heute 13-Jähriger im Laufe seines Lebens durchschnittlich 77.000 Euro mehr in die Rentenkasse einzahlen als er selbst an Rente beziehen werde.

Das erklärte die Stiftung am Freitag in Gütersloh. Auch seine Eltern hätten davon wenig, weil sich ihre eigene Rente nicht wesentlich erhöhe und sie auch nicht weniger Beiträge als Kinderlose zahlten.

Die Untersuchung kommt deshalb zu dem Schluss, dass die gesetzliche Rentenversicherung "nicht familiengerecht" sei. "Unser Rentensystem benachteiligt Familien - ausgerechnet diejenigen, die das System am Leben erhalten", kritisierte Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Die Bertelsmann Stiftung forderte deshalb eine Reform des Systems.

Kinder finanzierten in ihrem späteren Erwerbsleben mit ihren Einzahlungen in die Rentenkasse nicht nur die Altersversorgung ihrer eigenen Eltern, sondern auch die der Kinderlosen aus ihrer Elterngeneration, erklärte die Stiftung. Weil die Menschen immer älter würden und zugleich immer weniger Kinder geboren würden, würden nach Berechnungen von Marting Werding von der Universität Bochum die Rentenbeiträge bereits ab 2030 ihre gesetzliche Obergrenze von dann 22 Prozent überschreiten. Auch das Rentenniveau werde unter die gesetzliche Untergrenze fallen.

"Spätestens mit dem Ende des demographischen Zwischenhochs 2030 gerät unser heutiges Rentensystem massiv unter Druck", zeigte sich Dräger überzeugt. Die Politik müsse jetzt handeln und das System "nicht nur familiengerecht, sondern auch langfristig demographiefest machen". Ein mögliches Reformmodell sieht die Studie in der Einführung von Kinderfreibeträgen im gesetzlichen Rentensystem.

afp

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