Unabhängig, neutral, menschlich

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Henry Dunant (1828-1910), der Gründer des Roten Kreuzes. Er wurde 1859 durch Zufall Zeuge der Schlacht von Solferino in Norditalien. Erschüttert von den Ereignissen rekrutierte Dunant Freiwillige aus der Bevölkerung, die die Verwundeten beider Lager so gut wie möglich versorgten - die Geburtsstunde der heute größten Hilfsorganisation der Welt.

Hamburg - Rotkreuz- und Rothalbmond-Organisationen gibt es in fast 200 Ländern. Sie wollen Bedürftigen helfen - egal welcher Nationalität, Rasse, Religion oder politischer Zugehörigkeit sie sind. Fragen und Antworten.

Was tun die Organisationen?

Sie setzen sich für die Menschenrechte ein, kümmern sich um Opfer von Katastrophen und sichern medizinische Versorgung. Ihre Grundsätze sind Menschlichkeit, Unabhängigkeit, Neutralität, Unparteilichkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Derzeit gibt es 186 nationale Gesellschaften, weitere sind im Aufbau.

Wie sind sie organisiert?

Die nationalen Gesellschaften sind seit 1919 in der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften zusammengeschlossen. Sie koordiniert die Arbeit und ist die größte Hilfsorganisation der Welt.

Was ist das Internationale Komitee vom Roten Kreuz?

Das IKRK ist der Ursprung der gesamten Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, zu der auch die nationalen Gesellschaften und die Föderation gehören. Es ist eine unabhängige Organisation, die sich um Opfer von Kriegen und gewaltsamen Konflikten kümmert. Rechtliche Grundlage ihrer Arbeit sind die Genfer Konventionen, in denen sich die internationale Gemeinschaft zu humanitären Grundsätzen in bewaffneten Konflikten verpflichtet hat. Demnach hat die Organisation unter anderem den Auftrag, die Einhaltung dieser Regeln zu überwachen. Sie soll Verwundeten und Zivilisten Schutz und Hilfe gewähren. Dreimal wurde dem Komitee der Friedensnobelpreis verliehen (1917, 1944 und 1963). Der Gründer Henry Dunant erhielt 1901 den ersten Friedensnobelpreis.

Seit wann gibt es das Rote Kreuz?

Die Idee für eine unabhängige, internationale Hilfsorganisation entstand 1859 auf dem Schlachtfeld im norditalienischen Solferino, wo Franzosen und Italiener gegen Österreicher kämpften. Zufällig kam der Schweizer Kaufmann Henry Dunant (1828-1910) dort vorbei. Aufgerüttelt vom Leid zehntausender Verwundeter und Sterbender, bewegte er die Bewohner der umliegenden Dörfer zu helfen. Seine Erlebnisse beschrieb er in dem Buch „Eine Erinnerung an Solferino“. Zudem schlug er vor, in jedem Land Freiwillige zu organisieren, die Kriegsopfern helfen können. 1863 gründete er mit vier anderen Schweizern in Genf ein Komitee, den Vorläufer des IKRK.

Warum gibt es verschiedene Embleme?

Die Gründer wollten ein einfaches Symbol. Die Wahl fiel auf ein rotes Kreuz auf weißem Grund - die umgekehrte Schweizer Flagge. Da Rotkreuzgesellschaften in nichtchristlichen Ländern das Kreuz als christliches Symbol verstanden, verwendeten sie eigene Symbole. Inzwischen sind neben dem roten Kreuz auch der rote Halbmond (islamische Länder) und der rote Kristall (etwa für Partnerorganisationen aus den palästinensischen Autonomiegebieten und Israel) offizielle Erkennungszeichen.

Wie finanzieren sich die Organisationen?

Zu den Haupteinnahmequellen gehören öffentliche Mittel, Spenden und Mitgliedsbeiträge.

dpa

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