Mobilgeräte immer wichtiger

„Unternehmer muss heute im Morgen denken“

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Offenbach - Der moderne Shopper sitzt abends vor dem Fernseher, schaut sich auf einem zweiten Bildschirm auf Smartphone oder Tablet im Netz nach Produkten um...  Von Achim Lederle

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Er „redet“ online mit anderen Nutzern über Angebote und kauft schließlich bevorzugt auf dem mobilen Endgerät, aber auch im Laden um die Ecke. So die Ergebnisse einer Online-Umfrage der Fittkau & Maaß Consulting GmbH. Präsentiert wurde die Studie kürzlich in Offenbach beim Vortrag „Internet-Trends 2014. So verändert sich das Online-Kaufverhalten“ von IHK Offenbach und BIEG Hessen, dem Beratungszentrum für Online-Marketing. Wie die Marktforscherin Susanne Fittkau erläuterte, spielen „Social Commerce“, also die Produktinformation über soziale Netzwerke, und „Mobil Commerce“, also der Kauf über mobile Geräte, eine immer wichtigere Rolle.

Die Konsequenzen für Handel und Gesellschaft verdeutlichte Professor Wolfgang Henseler, Chef des Designstudios Sensory-Minds GmbH in Offenbach. „Ein neues Denken ist in der Smart-Economy notwendig“, so Henseler. Künftig stehe nicht das Produkt, sondern seine Wirkung im Mittelpunkt. Henseler verdeutlichte dies am Beispiel des Autos: Wichtig sei in Zukunft Mobilität und nicht das Auto an sich. Vor allem jüngere Leute legten bereits heute wenig Wert auf den Besitz eines Autos. Ihnen gehe es darum, schnell und günstig von A nach B zu kommen. Henseler: „Der Erfolg von Car-Sharing-Modellen zeigt die Entwicklung.“ Dieser Wertewandel sei auch in anderen Bereichen erkennbar: Wichtig sei künftig nicht die Versicherung, sondern das angenehme Leben und nicht die Software, sondern der Cloud-Service. Henseler: „Das, was früher vertrieben wurde, vertreibt sich heutzutage immer häufiger selbst.“ Die Produkte fänden die Kunden, nicht Kunden die Produkte. „Dies verändert auch den Einzelhandel, der sich zum ,intermedialen Erlebniskauf’ entwickelt“, so Henseler.

Wohin hier die Reise gehen könnte, verdeutlichte er an einem Apple-Patent in den USA auf den „denkenden Turnschuh“, der dem Jogger mitteilt, wann er tunlichst neue Schuhe kaufen soll, weil die alten durchgelaufen sind. Oder der Heizöltank melde sich, wenn eine neue Füllung fällig werde. „Zentrales Steuersystem ist das Smartphone. Es wird immer mehr zum Schau- und Shopfenster“, so der Offenbacher Firmenchef. Das Handy unterstütze den Shopper als Ratgeber beim Einkauf. Henseler: „Getestet wird auch der reale Kauf in virtuellen Shops. Das heißt, man markiert per Smartphone im Laden ein Bild des Produkts, das dann vom Lager direkt nach Hause geliefert wird.“ Henseler ist sich sicher, dass der Kunde auch bereit ist, für diese Dienste mehr zu bezahlen. Sein Fazit: „Der Unternehmer muss heute schon im Morgen denken.“

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