Neuer Besitzer für Vacuumschmelze

Hanau/Frankfurt  - Die Hanauer Vacuumschmelze bekommt einen neuen Besitzer: Der Finanzinvestor One Equity Partners (OPE) verkauft das Unternehmen für rund 700 Millionen Euro an das US-Spezialchemieunternehmen OM Group (OMG).

Das Geschäft soll im dritten Quartal 2011 abgewickelt werden, teilten beide Unternehmen am Dienstag mit. Der Verkauf müsse noch wettbewerbsrechtlich geprüft werden. Das langjährige Management der VAC soll das Unternehmen auch in Zukunft führen. „Wir übergeben ein weltweit führendes Unternehmen mit robustem Wachstum und hoher Rentabilität“, sagte OEP-Geschäftsführer Johann-Melchior von Peter in Frankfurt laut Mitteilung.

Im Rahmen der Transaktion erhalte OEP Aktien von OMG im Wert von 50 Millionen US-Dollar (34,5 Mio Euro), was einem Anteil von vier Prozent am Aktienkapital des Spezialchemieunternehmens entspreche. Die Betriebsratsvorsitzende der Vacuumschmelze, Cornelia Gramm, sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Wir befürchten, dass das Unternehmen wieder hoch verschuldet wird, da beim Kauf ein hoher Fremdkapital-Anteil dabei ist.“

4500 Mitarbeiter in mehr als 50 Ländern

Die VAC sei für Käufer momentan sehr lukrativ. Die Auftragsbücher seien voll. Die Gefahr von Personalabbau sehe sie in den nächsten zwei, drei Monaten nicht. Danach müsse man weitersehen. Der Finanzinvestor OEP, eine Tochter der amerikanischen Großbank JP Morgan Chase, hatte die VAC Ende 2005 für mehr als 300 Millionen Euro übernommen. Seit 1999 hatte die ehemalige Siemens-Tochter dem Industrieunternehmen Morgan Crucible gehört.

Die 1923 gegründete VAC stellt magnetische Spezialwerkstoffe und daraus veredelte Produkte her, die zum Beispiel in der Autoindustrie und der Raumfahrt zum Einsatz kommen. Nach Unternehmensangaben beschäftigt die Vacuumschmelze etwa 4500 Mitarbeiter in mehr als 50 Ländern, allein in Hanau sind es 1500 Beschäftigte.

Der Jahresumsatz liege bei rund 350 Millionen Euro. Die OM Group sitzt in Cleveland/Ohio und erwirtschaftete nach eigenen Angaben zuletzt einen Umsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar. Die Gruppe beliefert verschiedene Industriezweige mit veredelten, auf Metall basierenden Spezialchemikalien.

dpa

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