„Verbraucher sollte Öltank jetzt füllen“

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Viele Besitzer von Ölheizungen haben wegen der gesunkenen Preise in den vergangenen Monaten ihre Tanks aufgefüllt.

Frankfurt - (ku) Die Preise für Heizöl sind seit den Rekordkosten vor einem Jahr deutlich gefallen.

Deshalb rät der Verband für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) den Verbrauchern, jetzt ihre Tanks aufzufüllen, wie sein Vorsitzender Rudolf Bellersheim gestern in Frankfurt sagte. Der VEH vertritt etwa 600 Firmen aus dem Brennstoff- und Mineralölhandel in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Thüringen und dem Saarland.

Derzeit kostet der Liter Heizöl nach seinen Angaben etwa 60 Cent, wenn der Verbraucher 3.000 Liter abnimmt. Vor einem Jahr musste er rund 30 Cent mehr bezahlen. Wegen der steigenden Nachfrage in den Wintermonaten erwartet der Verband leicht steigende Preise für Heizöl. Mittelfristig sei jedoch mit einem weiterhin moderaten Preisniveau zu rechnen.

Wegen der Rekordkosten in der Vergangenheit sei die Preissensibilität der Verbraucher enorm gestiegen, erläuterte Bernd Schilly, zweiter Vorsitzender des VEH. Er reagiere mittlerweile sofort auf die Preisentwicklung. Über die Rohstoffbörsen seien die Verbraucher bestens informiert.

Die Besitzer von Ölheizungen haben in den vergangenen Monaten bereits auf die relativ günstigen Preise reagiert. Etwa 66 Prozent der Tanks seien gefüllt worden, berichtete der VEH. Wegen des harten Winters 2008/2009 und der leeren Tanks sei der Absatz im Verbandsgebiet im ersten Halbjahr gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008 um rund 57 Prozent erhöht worden.

Erst in den vergangenen zwei Monaten habe die Nachfrage wegen der warmen Temperaturen und der leicht steigenden Preise nachgelassen. Insgesamt seien in Deutschland in den ersten sechs Monaten etwa 13,6 Millionen Tonnen Heizöl verkauft worden.

Mit modernen Brennstoffen Energiekosten sparen

Um die Energiekosten zu senken, empfiehlt der VEH moderne Brennstoffe wie schwefelarmes Heizöl. Dieses stehe im Verbandsgebiet flächendeckend zur Verfügung. Noch vor einigen Jahren wurden durchschnittlich 30 bis 35 Liter Öl im Jahr benötigt, um in der Wohnung einen Quadratmeter zu heizen.

Heute sind es zehn bis 15 Liter. Bellersheim sagte, der Verbrauch solle weiter sinken. In zehn bis 15 Jahren sollten nur noch rund fünf Liter Öl verbraucht werden, um einen Quadratmeter zu heizen. Angesichts dieser Entwicklung erklärte Schilly: „Wir arbeiten gegen den eigenen Umsatz.“ Deshalb soll sich das Image der Branche ändern. „Der Verbraucher soll uns als Energieberater sehen“, sagte Schilly.

Bellersheim riet Verbrauchern beispielsweise zum Einsatz von Hybridsystemen. Die Ölheizung könne mit Solaranlagen und Kaminöfen kombiniert werden. „Das intelligente System ist das bessere.“ Der Primärenergieverbrauch kann nach Verbandsangaben auf diese Weise um bis zu 50 Prozent gesenkt werden.

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