Viele Heizungen sind veraltet

Frankfurt ‐ Viele Heizungen in Deutschland müssten nach Einschätzung des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) modernisiert werden. Etwa 90 Prozent seien renovierungsbedürftig, sagte Bernd Schilly, Vorstandsmitglied des VEH, gestern in Frankfurt. Von Marc Kuhn

Er beklagte aber einen „Umsetzungsstau“. Verantwortlich dafür sei die Politik, die keinen klaren Kurs vorgebe. Beim Bau und der Modernisierung von Heizungsanlagen forciere die Bundesregierung mit Gesetzesnovellen die Nutzung regenerativer Energien, beklagte der Verband. Einige Bundesländer arbeiteten an konkreten Regelungen. „Wir brauchen dringend deutschlandweit einheitliche Standards, die alle Energieträger im Wärmemarkt einbinden“, forderte der VEH-Vorsitzende Rudolf Bellersheim, dessen Organisation etwa 600 vorwiegend mittelständische Firmen aus dem Brennstoff- und Mineralölhandel in Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen vertritt.

Mit einer Brennwertheizung könne der Heizölverbrauch um bis zu 30 Prozent gesenkt werden, hieß es. Von den im vergangenen Jahr in Deutschland installierten rund 118.000 Ölheizungen seien 62 Prozent moderne Brennwertgeräte gewesen, berichtete Schilly. „Im Vergleich zu 2008 ist das eine Steigerung um 24 Prozent.“ In Hessen gibt es zurzeit etwa 500.000 Ölanlagen. Ihr Anteil an allen Heizgeräten betrage 33 Prozent, in Deutschland seien es 35 Prozent, erläuterte Funke. Der Verband macht sich für einen ausgewogenen Mix aller Energieressourcen stark. Er unterstützt die Kombination von Ölanlagen mit erneuerbaren Energien wie der Solarthermie und dem Bio-Heizöl.

Verbraucher beim Ölkauf zurückgehaltend

Im nächsten Jahr werde schwefelarmes Heizöl das Standardprodukt vom Markt verdrängen, sagte Bellersheim. Der Preis werde sich anpassen. Schwefelarmes Heizöl verringert den Verbrauch und schont die Umwelt, weil weniger Schadstoffemissionen und Rußablagerungen anfallen.

Im ersten Halbjahr haben sich die Verbraucher beim Einkauf von Heizöl sehr zurückgehalten. Der Absatz sei in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um etwa 35 Prozent gesunken, erklärte Funke. Der Verbraucher achte sehr genau auf die Preisentwicklung. Zurzeit kostet der Liter Heizöl bei einer Liefermenge von 3.000 Litern knapp 70 Cent. Im Mai habe der Preis um etwa fünf Cent höher gelegen, berichtete der Verband. 2008 sei der Preis auf bis zu einen Euro gestiegen, erläuterte Funke. Im vergangenen Jahr habe der Tiefstpreis bei rund 50 Cent gelegen. „Wir erwarten in den nächsten Monaten ein relativ konstantes Preisniveau zwischen 65 und 75 Cent je Liter“, sagte Bellersheim. Verbraucher sollten die Gelegenheit nutzen und ihre Tanks auffüllen.

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