Volksbanken wollen Briefe annehmen

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Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen in das Postgeschäft einsteigen.

Frankfurt ‐ Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen in das Postgeschäft einsteigen. Mit der Gründung der Genopost AG sei Ende 2009 die Voraussetzung dafür geschaffen worden, dass die Institute solche Leistungen anbieten könnten. Von Marc Kuhn

Das hat der Präsident des für 13 Bundesländer - darunter auch Hessen - zuständigen Genossenschaftsverbandes, Michael Bockelmann, gestern in Frankfurt erklärt. Jede Filiale entscheide selbst, ob sie sich daran beteiligen wolle. In Celle sei das Konzept erfolgreich getestet worden. Bundesweit hätten etwa 240 Banken Interesse an dem Postmodell gezeigt. Zehn Häuser haben bereits angekündigt, das Konzept umzusetzen, wie Bockelmann weiter erklärte. Im April soll es starten.

Kunden können dann Briefe und Pakete in den Filialen abgeben, transportiert werden sie von einem externen Dienstleister. „Wir wollen vor allem an Orten, wo die gelbe Post nicht mehr vorhanden ist, da sein“, erläuterte Bockelmann. Der Verband hofft nach seinen Worten darauf, auf diese Weise neue Kunden für die Volks- und Raiffeisenbanken zu gewinnen. Künftig sollten weitere Leistungen, wie zum Beispiel das Aufladen von Handyguthaben, in den Filialen angeboten werden. Die Deutsche Post hatte angekündigt, sämtliche mit eigenem Personal betriebene Filialen bis Ende 2011 zu schließen.

Sparerpauschbetrag für Ledige auf 1.602 Euro erhöhen

Darüber hinaus wehren sich die Volks- und Raiffeisenbanken gegen weitere staatliche Eingriffe in die Beratung von Anlegern. „Besser wäre, wenn sich Anlageberater weniger mit Vorschriften und mehr mit Kunden beschäftigen könnten“, sagte Bockelmann. Seit Anfang 2010 müssten mit großem Aufwand Protokolle für alle Beratungen erstellt werden, unabhängig davon, ob der Kunde dies wirklich wünsche. Zu viele Vorschriften könnten dazu führen, dass dem Anleger im Endeffekt weniger Beratung angeboten werde.

Zudem forderte Bockelmann, dass der Sparerpauschbetrag für Ledige auf 1.602 Euro und für zusammen veranlagte Eheleute auf 3 204 Euro verdoppelt werde. Damit werde die Förderung von Vorsorgevermögen auf eine breite Basis gestellt.

Im vergangenen Jahr legten die 324 (Vorjahr: 338) Volks- und Raiffeisenbanken im Verbandsgebiet zu: Die Kundengelder erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 131,3 Milliarden Euro. Bei den Krediten gab es einen Zuwachs von 3,3 Prozent auf 98,2 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Bilanzsumme der Institute erhöhte sich - auch bedingt durch 14 Fusionen - auf 535 (500) Millionen Euro. Der Verband mit seinen mehr als 1 800 Mitgliedsgenossenschaften betreut Unternehmen aus Kreditwirtschaft, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe.

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