Abgas-Skandal bei Autokonzern

VW-Ticker: Müller kündigt Rückrufaktion für 2016 an

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Seit September dieses Jahres ist Matthias Müller neuer VW-Chef. Er soll den Konzern durch den Abgas-Skandal führen.

Wolfsburg - Die Spitze von Volkswagen hat sich am Donnerstag der Presse gestellt und einen ersten Zwischenbericht zum Abgas-Skandal erläutert. Alles wichtige im Ticker zum Nachlesen.

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+++ Zusammenfassung: Die wichtigsten Fragen sind beantwortet worden. Zeit für ein Fazit: 

  • VW hat zumindest für Europa Lösungen für die drei betroffenen Dieselmotoren gefunden. Ab Januar 2016 startet die Rückrufaktion, die ein kostenloses Software-Update beinhaltet.
  • Zu den Vorwürfen beim CO2-Ausstoß hat VW nur bei neun Modellen regelwidrige Abweichungen in Tests herausgefunden.
  • In Zukunft wird Volkswagen den Ausstoß von Emissionen extern und unabhängig überprüfen lassen. Außerdem kommen Straßentests hinzu.
  • Es werden 450 interne und externe Experten eingesetzt, um die den Abgas-Skandal lückenlos aufzuklären. Neben der internen Revision gehören dazu auch die Mitarbeiter der US-Kanzlei Jones Day, die der Aufsichtsrat beauftragte. Damit soll eine unabhängige Aufklärung vorangetrieben werden.
  • Bereits im Jahr 2005 gab es die ersten Fehler bei den Motoren. Da kein Weg gefunden sei, die strengen Stickoxyd-Vorgaben in den USA zu erfüllen, sei es zum Einbau der Manipulationssoftware gekommen
  • VW vermutet nur einen relativ kleinen Kreis, der für den weltweiten Abgas-Skandal verantwortlich ist und aktiv zu den Manipulationen beigetragen hat.
  • Als Lösung sollen vor allem die Prozesse künftig verbessert werden. Eine weitere Veränderung ist, dass Volkswagen in Zukunft dezentral geführt werden soll. VW-Chef Müller sprach vom aus der Politik bekannten Subsidiaritätsprinzip, das heißt, dass einzelne Marken und Regionen mehr Verantwortung übertragen bekommen.
  • Es ist das Ziel, bis zur Hauptversammlung am 21. April 2016 einen vollständigen Überblick über die Ergebnisse zu liefern.

+++ 17.10 Uhr: Zitate von VW-Chef Müller zu neuer Firmenkultur und gekappten Investitionen: „Just do it!“ (Matthias Müller ermuntert am Donnerstag in Wolfsburg die Mitarbeiter, eigene Ideen und Kritik ohne Scheu offen anzusprechen)

„Fest steht aber auch, dass wir uns nicht auf Kosten der Zukunft kaputtsparen.“  (Der VW-Chef über die geplanten Investitionskürzungen wegen der finanziellen Folgen der Abgas-Affäre)

+++ 11.55 Uhr: Müller spricht nun über die personelle Veränderung. Viele Chef-Positionen wurden neu besetzt und zwar in sehr vielen Abteilungen. Interessant ist, dass Müller häufig von Haltung und Mentalität redet, die sich verändern soll.

+++ 11.52 Uhr: VW wird sich neu strukturieren. Unter anderem gibt es eine neue Rechtsabteilung, dafür werden andere Abteilungen gestrichen. "Unethisches Verhalten zerstört Vertrauen, das wollen wir künftig vermeiden", sagt Müller.

+++ 11.50 Uhr: "Unsere Marken und Regionen bekommen mehr Eigenständigkeit und Verantwortung. Der Konzern wird sich nicht mehr in die operativen Geschäfte einmischen", fordert Müller. Der Mutterkonzern soll die großen übergreifenden Zukunftsthemen bezüglich Synergien, Steuerung und Strategien vorantreiben. Wichtig sind die technologischen Veränderungen wie die Elektrifizierung und digitale Transformationen. Außerdem betont Müller, dass VW "schlanker" werden müsse.

+++ 11.48 Uhr: Eine Neuausrichtung wäre langfristig sowieso nötig gewesen, hält Müller fest. Die Bereitschaft, sich zu verändern, ist in der aktuellen Situation so groß wie nie. VW will aus der Krise gestärkt herauskommen, sagt der VW-Chef.

+++ 11.46 Uhr: Technische Lösungen werden kostenlos durchgeführt und jeder Kunde bekommt ein Ersatzwagen. Außerdem verjähren die Ansprüche auf eine Verbesserung nicht. Dafür steht VW-Chef Müller mit seinem Wort.

+++ 11.44 Uhr: In den USA ist es schwieriger, da die festgelegten NOX-Werte niedriger sind als in Europa.

VW-Abgas-Skandal: Rückrufaktion für TDI-Motoren startet bereits ab Januar

+++ 11.43 Uhr: Das sind aber nur die Lösungen für Europa. Rückruf der 2.0 TDI-Motoren startet bereits im Januar, die weiteren Motoren folgen in den weiteren Quartalen. Es wird alles im Kalenderjahr 2016 ablaufen. Die Halter der Fahrzeuge werden durch VW individuell informiert, wann der Wagen sein Update erhält. Es erfordert eine logistische Anstrengung, das hinzubekommen.

+++ 11.41 Uhr:Müller spricht von neuen Lösungen für den Motor EA-189. Für alle Modelle kann künftig sichergestellt werden, dass alle mit ein und derselben Strategie fahren und man bewege sich gesetzlichen Rahmenbedingungen. 

Es reicht ein Software-Update aus, um NOX-Problematik zu beheben. Das wird viele Kunden beruhigen.

+++ 11.38 Uhr: Er stellt erneut seinen Fünf-Punkte-Plan vor. Er betont, dass die Aufklärung Vorrang hat. Vor allem soll es zügig vorangehen.

+++ 11.37 Uhr: Nun übernimmt VW-Chef Matthias Müller die Pressekonferenz.

+++ 11.36 Uhr: Bislang sind neun Personen aus dem Management freigestellt worden. Die rückhaltlose Aufklärung wird zum Abschluss geführt. 

+++ 11.35 Uhr: Emissionstests werden künftig extern durchgeführt und Real-Life-Tests auf der Straße eingeführt. Damit will VW das Vertrauen zurückgewinnen.

+++ 11.34 Uhr: Zu Steuereffekten wird es nach aktuellen Stand nicht kommen. Sollte sich das ändern, werde der Konzern das übernehmen, verspricht Pötsch.

+++ 11.32 Uhr: Praxis der Messungen bei Volkswagen entspricht den internationalen Regelungen. Die erneuten Tests der aktuellen Modellvarianten tatsächlich innerhalb der Norm der Katalog-Werte liegen. Bei neun Modellen ist eine minimale Abweichungen entdeckt worden. Sie werden nun nochmal von der DEKRA überprüft. Die CO2-Angaben werden demnächst angepasst. 

VW-Skandal: Pötsch spricht von weniger Autos, die betroffen sind

+++ 11.30 Uhr: Bei Audi sind in Europa keine Gesetzeswidrigkeiten zu erkennen. In den USA geht es nur um rund 1000 Autos. "Wir halten es für wahrscheinlich, dass nur eine überschaubare Zahl an Mitarbeitern aktiv zu den Manipulationen beigetragen hat", berichtet Pötsch.

Inzwischen habe man über 1500 elektronische Datenträger von Beschäftigten eingesammelt, um Spuren und Hinweise auf den Ursprung der Affäre zu finden. Es seien zudem 87 ausführliche Interviews im Rahmen der Ermittlungen geführt worden. „Viele weitere werden noch folgen“, kündigte Pötsch an.

+++ 11.28 Uhr: Nun geht es um den Dieselmotor EA-189. Einbau einer Software, die die Emissionsrate regulierte. Effektive Verfahren wurden diese nicht so genutzt, wie es möglich gewesen wäre. In einem falsch verstandenen Kundeninteresse. Die Software sorgte dafür, dass das Reduktionsmittel in unterschiedlich hoher Dosierung eingespritzt wurde, so dass die Werte eingehalten wurden.

+++ 11.21 Uhr: Zuerst erklärt er die Prozesse, die aufgeklärt werden müssen: Die zeitliche Abfolge soll festgestellt werden, wann ist was passiert. "Zu diesem Punkt können wir sagen, dass Defizite bei einem Testprozess die Fehler begünstigt haben. Die Fehlerursache liegt bei den technischen Motorsteuergeräten. Sie konnten den Einsatz der Software nicht verhindern. Konkrete Abhilfe sind Maßnahmen, Prozesse klarer zu systematisieren. Motorsteuergerätesoftware unter strikter Einhaltung des Vier-Augen-Systems. Geschärfte und verbindliche Verantwortlichkeiten, Fehlverhalten von einzelnen künftig nicht auszuschließen, aber schwieriger", sagt Pötsch.

Außerdem hat die Revision Mängel an einer fehlenden Konkretisierung von Zuständigkeiten aufgedeckt. Die Infrastruktur bezüglich bei den IT-Systemen war mangelhaft. Die Lehre ist: Elektronisch gestützte Bearbeitungssysteme, die sich perfekt einfügen, sollen künftig eingesetzt werden.

VW-Aufsichtsratschef Pötsch spricht von tiefgreifenden Veränderungen

+++ 11.20 Uhr: Pötsch nennt drei große Faktoren: Erstens personelle Fehler, zweiten strukturelle Schwächen und drittens Regelverstöße zu tolerieren. Der letzte Faktor ist sehr schwierig zu akzeptieren. Alle drei Punkte sind wahrscheinlich geschehen.

+++ 11.18 Uhr: Am 21. April 2016 soll die nächste große Pressekonferenz stattfinden, um über den dann vorliegenden Stand zu berichten.

+++ 11.17 Uhr: Die dualen Strukturen ermöglichen, dass die Ermittlungen reibungslos und schonungslos ablaufen. Vor allem der Chefermittler Eberl wird nach der Arbeit wieder zu seinem Arbeitsplatz zurückkehren, damit will VW nach dem Abgas-Skandal verhindern, dass persönliche Betroffenheit den Prozess behindert.

+++ 11.16 Uhr: VW-Chef gibt jetzt erste Zwischenstände bekannt VW hat rund 450 interne und externe Experten beauftragt, den Abgas-Skandal aufzuklären. Sie sollen alle unabhängig arbeiten. Es können Ergebnisse herauskommen, die weh tun können.

+++ 11.14 Uhr: "Wichtig ist es, dass wir die Vorfälle unabhängig und schonungslos aufklären." Die Fragen: Wann genau ist was geschehen. Wurde gegen Regularien oder Gesetze verstoßen? Inwiefern haben Prozesse solche Verstöße begünstigt. Da kann man nachbessern, wer trägt die Verantwortung und wie kann man künftig solche Vorfälle vermeiden? Das soll die Kommission nun ermitteln.

+++ 11.13 Uhr: Nun geht Pötsch auf die Aufklärung ein. Es gibt zwei unterschiedliche Themenkomplexe. Elf Millionen Stickoxid-Emissionen Dieselmotoren, die in den USA aufgeflogen sind. 

Außerdem gab es Unplausibilitäten der CO2-Zertifikate nach internen Überprüfungen herausgekommen. Bei 800.000 Fahrzeuge sollten demnach bei der Zertifizierung bewusst falsche Angaben gemacht worden sein. Es steht fest, dies war so nicht der Fall. Der Verdacht auf rechtswidrige bei einer überschaubaren Anzahl ist es offenbar zu leichten Abweichungen gekommen, die im Zuge üblicher Prozesse korrigiert werden.

VW-Abgasskandal: Personelle Veränderungen

+++ 11.10 Uhr: "Wir stehen in einer der größten Bewährungsproben in der Geschichte von VW. Für diese Veränderung der Neuausrichtung sind alle bereit." Es gibt eine neue Führungsstruktur: Der Konzern wird dezentraler geführt. Neue anerkannte Kräfte von außen gewonnen, beste Köpfe mit neuen Funktionen betraut, sechs neue Mitglieder im Vorstand, zeigt die personelle Neuaufstellung ist. Darüber berichtet gleich Müller. Aufsichtsrat hat stärker eingegriffen. 

+++ 11.05 Uhr: Pötsch zeigt sich zutiefst bestürzt und VW hat eine äußert schwierige Lage zu meistern. VW bedauert, dass die Emissionen nicht richtig angegeben waren. Das hat Vertrauen gekostet, der Konzern will nach dem Abgas-Skandal wieder Vertrauen zurückgewinnen. "Wir müssen glaubwürdig und entschlossen handeln", sagt Pötsch.

+++ 11.04 Uhr: Zunächst wird Pötsch sprechen, der VW-Aufsichtsratschef. "Für uns alle waren die letzten Monate beispiellos", beginnt er seine Rede.

+++ 11.03 Uhr : Gestern war die Aufsichtsratssitzung von VW und heute werden die neuesten Informationen preisgeben.

+++ 11.00 Uhr: VW-Chef Matthias Müller und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch haben bereits die Bühne betreten. In wenigen Minuten geht es los.

Der krisengeschüttelte Autobauer Volkswagen will heute in Wolfsburg eine Zwischenbilanz zur

Aufklärung des Abgasskandals ziehen

. VW-Chef Müller und Aufsichtsratschef Pötsch werden auch über die künftige Ausrichtung des Konzerns sprechen.

Zum ersten Mal stellt sich Müller persönlich den Fragen von Journalisten. Das Unternehmen hatte zugegeben, bei Millionen Diesel-Fahrzeugen die Stickoxid-Werte mit einer verbotenen Software manipuliert zu haben.

Abgas-Skandal kostete VW-Boss Winterkorn den Job

Später stellte sich heraus, dass es bei weiteren Autos "Unregelmäßigkeiten" bei Angaben zum klimaschädlichen Kohlendioxid gegeben hatte. Das Ausmaß soll hier aber viel geringer sein als zunächst angenommen. Der VW-Boss Martin Winterkorn musste in den Querelen seinen Hut nehmen und zurücktreten.

Müller hatte vor zwei Wochen angekündigt, Mitte Dezember einen Zwischenbericht zum Abgas-Skandal vorlegen zu wollen. Die VW-Revision ist inzwischen vorangekommen. Sie habe inzwischen zahlreiche Computer und Smartphones sowie mehrere Gigabyte an Daten sichergestellt. Zudem würden Gespräche geführt, Hinweise verfolgt und Gremienprotokolle gesichtet. Die ersten Ergebnisse werden heute vorgestellte, ab 11 Uhr sind wir live für Sie dabei.

ms

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