Hessenmetall und IW sehen Engpässe / Experte: Arbeitszeit verlängern

Warnung vor Fachkräftemangel

Frankfurt (ku) - Der Arbeitgeberverband Hessenmetall und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) haben vor einem Fachkräftemangel gewarnt.

„Die demografische Entwicklung führt dazu, dass menschliche Arbeitskraft knapp wird“, sagte Dieter Weidemann, Vorstandsvorsitzender von Hessenmetall auf einer Veranstaltung zum 60. Jubiläum des IW in Frankfurt. Dessen Direktor Michael Hüther fügte hinzu: „Deutschland altert und schrumpft. “ Es sei bereits zu spät, „um einen Fachkräftemangel vollständig zu verhindern, jedoch können wir ihn noch deutlich reduzieren - wenn wir schnell und abgestimmt handeln“, erklärte Frank Martin, Chef der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit.

„Den Mangel an qualifizierten Ingenieuren spüren wir schon seit einiger Zeit, aber mittlerweile ist der Fachkräftemangel auch auf anderen Ebenen des Unternehmens zu merken“, sagte Holger Kimmes, Arbeitsdirektor bei Opel. Bis zum Jahr 2025 werde sich das Arbeitskräftepotenzial um etwa 6,5 Millionen Menschen verringern, berichtete Hüther. „Jahr für Jahr geht damit eine Stadt mit mehr als 400 000 Einwohnern für das Arbeitsangebot verloren.“ Deshalb brauche Deutschland „dringend eine nationale Demografie- und Fachkräftesicherungspolitik, die alle föderalen Ebenen und die Sozialpartner einbezieht. Sie muss systematisch darauf abzielen, die Zahl der im Land lebenden Erwerbspersonen und die Beschäftigungsquoten zu erhöhen, die Arbeitszeiten zu verlängern und die Produktivität des Arbeitseinsatzes durch Bildung, Forschung und Innovation zu verbessern.“ Die Wirtschaft könne durchaus noch mehr tun für die Entwicklung bestehender Ressourcen sowie für eine bessere Balance von Familie und Beruf, erläuterte Weidemann.

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