Weihnachtsfeier: Fiskus hält die Hand auf

Frankfurt (ku) - Wenn der Arbeitgeber die Belegschaft zur alljährlichen Weihnachtsfeier einlädt, interessiert sich auch das Finanzamt dafür und fordert möglicherweise Lohnsteuer von Mitarbeitern.

„Steuerfrei bleibt das besinnliche Beisammensein nämlich grundsätzlich nur, wenn es sich um eine übliche Betriebsveranstaltung handelt und die Teilnahme allen Arbeitnehmern offen steht“, erklärte die Steuerberaterkanzlei Ebner, Stolz, Mönning und Bachem in Frankfurt. Nicht erlaubt seien Einladungen beispielsweise für einzelne Gehaltsgruppen sowie allzu aufwendige Feiern.

„Ist die Weihnachtsfeier maximal die zweite betriebliche Veranstaltung im Jahr, darf der Arbeitgeber nicht zu großzügig sein“, hieß es weiter. Ansonsten könnten Abgaben ans Finanzamt anfallen. Denn: Die Betriebsfeier dürfe pro Teilnehmer brutto höchstens 110 Euro kosten, um in die Steuerfreiheit zu rutschen. „In den maßgeblichen Betrag fließen die Kosten für die Mahlzeit, Raummiete, Fahrten, Darbietungen sowie Geschenke an die Mitarbeiter ein.“

Falle die Weihnachtsfeier teurer aus oder sei sie die dritte betriebliche Veranstaltung im Jahr, „liegt insgesamt ein geldwerter Vorteil vor, der bei den Besuchern zur Lohnversteuerung führt“. Steuerberater Marcus Grzanna von Ebner, Stolz, Mönning und Bachem erklärte: „Das gilt sogar dann, wenn einzelne Arbeitnehmer an den vorherigen Feiern nicht teilgenommen haben. Die Steuer auf Zuwendungen im Rahmen einer Betriebsveranstaltung darf der Arbeitgeber auch pauschal aus seiner eigenen Tasche übernehmen, so dass die Mitarbeiter das Beisammensein ohne Belastung genießen dürfen.“

Teure Geschenke

Dies gilt nach einem Urteil vom Bundesfinanzhof aber nicht, wenn der Chef die Gelegenheit der Weihnachtsfeiern auch dazu nutzt, teure Geschenke zu überreichen (Az.: VI R 58/04). „Das kann öfters vorkommen, beispielsweise wenn der Betrieb mit der Belegschaft auf ein gewinnbringendes Geschäftsjahr oder besonders erfolgreiche Angestellte anstoßen will“, berichtete Grzanna. Hierbei handele es sich „um eine untypische Programmgestaltung, da eine solche Zuwendung auch völlig losgelöst von der Veranstaltung vorgenommen werden könnte“. In dem Fall ging es um Goldmünzen. Als sogenannte Gelegenheitspräsente aus Anlass von Betriebsveranstaltungen gelten nur Geschenke, „die den Rahmen und das Programm der Festivitäten betreffen“. Grzanna erklärte: „Daher führen unübliche Präsente bei den Beschenkten zu steuerpflichtigem Arbeitslohn.“

Oft kommt es vor, dass Vorgesetzte Mitarbeiter aus eigener Tasche zur Weihnachtsfeier einladen. „Hier war das Finanzamt in den vergangenen Jahren besonders kritisch und verwies meist auf die private Lebensführung“, berichtete die Kanzlei. Wegen der geänderten Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs dürfe die Bewirtung von Kollegen jetzt aber nicht mehr generell vom Werbungskostenabzug ausgeschlossen werden. Diese Urteile wende die Verwaltung an, indem eine Aufteilung in beruflich und privat erfolgen dürfe, wenn beispielsweise neben Geschäftspartnern auch andere teilnehmen. „Bewirtungsaufwendungen für Kollegen lassen sich sogar voll und nicht nur mit 70 Prozent absetzen.“

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Wilhelmine Wulff

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