Weltweites Geschäft der Deutschen Post brummt

Das weltweite Geschäft der Deutschen Post brummt.

Bonn - Die Deutsche Post profitiert von der globalen Konjunkturerholung. Verstärkter Handel führt zu besserem Geschäft des weltweit tätigen Logistikriesen. Der Konzern schraubt seine Prognose nach oben.

Die Deutsche Post DHL hat die Konjunkturkrise hinter sich gelassen und ist kraftvoll auf Gewinnkurs. Die weltweite Erholung belebt deutlich das Geschäft mit dem Transport von Gütern und eiligen Dokumenten. Neben einem Sparkurs und Umstrukturierungen führte diese Entwicklung zu einer sprunghaften Steigerung des operativen Ergebnisses und des Umsatzes im ersten Halbjahr 2010, wie das Unternehmen am Dienstag in Bonn berichtete. Die Konzernführung blickt deshalb optimistisch auf das Gesamtjahr und rechnet mit einem Milliardengewinn. Nach dem bislang erfreulichen Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr vor allem in den DHL-Sparten hob der Vorstand die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr an.

Statt bislang 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern (EBIT) und vor Einmaleffekten werden nun 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro erwartet. Die zuvor angekündigte Dividenden- Perspektive einer Ausschüttung von 40 bis 60 Prozent des Gewinns wurde von Finanzchef Lawrence Rosen bekräftigt. Die Nachrichten stimmten Anleger freudig: Die Post-Aktie legte an der Frankfurter Börse zwischenzeitlich um rund 3 Prozent zu und zählte zu den stärksten DAX-Werten. Insbesondere die DHL-Bereiche hätten stark von der anhaltenden Belebung der Weltwirtschaft profitiert, sagte Post-Vorstandschef Frank Appel. Sie hätten sich zum “Wachstumstreiber“ des Konzerngewinns entwickelt. Dynamisch sei vor allem das Wachstum in Asien, wohingegen sich das Geschäft in Europa verhaltener entwickle. Durch die erfolgreiche Expansion von DHL sei die Post unabhängiger vom angestammten Post- und Briefgeschäft in Deutschland geworden.

Der DHL-Bereich mit Luft- und Seefracht, Lagerlogistik sowie Express-Sendungen überholte beim operativen Ergebnis im zweiten Quartal das lahmende Briefgeschäft. Das klassische Briefeversenden, an dessen Stelle zunehmend E-Mails treten, stagnierte - auch wegen Verlusts des Großkunden Quelle infolge der Arcandor-Pleite - beim Umsatz. In der Jahresprognose wird erwartet, dass die DHL-Bereiche erstmals mehr zum Gesamtgewinn beitragen als der Briefbereich. Mit dem im Juli gestarteten E-Postbrief setzt die Post auf das datensichere Versenden von Schreiben und Dokumenten über das Internet. Der Start sei “erfolgreich“ verlaufen, sagte Appel. Kleinere technische Anlaufschwierigkeiten seien bei einer solchen Innovation normal. Der Online-Brief sei “marktreif“ gewesen und das Briefgeheimnis werde gewahrt.

Hinweise von Kunden über Mängel seien hilfreich. Im ersten Halbjahr 2010 stieg der Umsatz um 9,9 Prozent auf 24,8 Milliarden Euro. Das EBIT vor Sondereffekten sprang um 87,9 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Das EBIT mit Sondereffekten stieg von 136 auf 765 Millionen Euro. Der Konzerngewinn legte vor allem wegen des Verkaufs der Postbank um 81 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz bei stark anziehenden DHL- Geschäften im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15,6 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro. Das EBIT vor Sonderposten verdoppelte sich von April bis Juni nahezu von 257 auf 503 Millionen Euro. Eingerechnet der Umstrukturierungsaufwendungen stieg das EBIT auf 253 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 109 Mio Euro). Beim Überschuss gab es im zweiten Quartal ein Plus von 22,7 Prozent auf 81 Millionen Euro.

dpa

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