Großprojekte und Windkraft

EVO will 250 Millionen Euro investieren: „Schwarze Zahlen mit grünen Projekten“

EVO-Vorstandschef Christoph Meier setzt weiter auf Windenergie.

Die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) will bis 2022 insgesamt 250 Millionen Euro in Großprojekte wie das Rechenzentrum und den Ausbau der Windkraft investieren.

Offenbach –  Wie Vorstandschef Christoph Meier gestern sagte, laufen die Bauarbeiten für das EVO-eigene Rechencenter in Offenbach auf vollen Touren. Die Grundsteinlegung sei für den 20. März geplant.

Und auch der neue Windpark der EVO solle noch im Sommer den Betrieb aufnehmen. „Wir sehen uns bei der Energiewende als Teil der Lösung und nicht als Teil des Problems“, sagte Meier.

Die über 250 Millionen Euro an Gesamtinvestitionen, die auch in den Netzausbau und die Modernisierung des Müllheizkraftwerks fließen, wertete Meier als „klares Statement für die Leistungsstärke und Innovationskraft der EVO“. Sein Fazit: „Wir sind auf einem sehr guten Weg. Mit unseren grünen Ideen schreiben wir schwarze Zahlen. Wir können auch für die nächsten Jahre eine positive Prognose zum Geschäftsverlauf stellen.“

Das Rechenzentrum entsteht auf dem Werksgelände – und damit in unmittelbarer Nähe zum weltweit größten Internetknotenpunkt DE-CIX auf der Frankfurter Mainseite. Als Standortvorteil habe sich zudem das EVO-eigene Umspannwerk am Stammsitz erwiesen, hob der Vorstandsvorsitzende hervor. „Damit ist nicht nur die schnelle Anbindung an die weltweiten Datenströme gesichert, sondern auch die notwendige zuverlässige Versorgung mit elektrischer Energie.“ Nach über vier Jahren Planung sei die Errichtung des Rechenzentrums in mehreren Bauphasen geplant, der erste Teilabschnitt solle im Oktober den Betrieb aufnehmen. „Für das Projekt hat die EVO mit zwei Partnern das Joint-Venture ,Main DC Offenbach GmbH’ gegründet, woran die EVO 50 Prozent der Anteile hält“, sagte Meier. Die Vantage Data Centers als Betreiber von Rechenzentren halte 40 Prozent, die für Planung und Errichtung verantwortliche DC Datacenter Group zehn Prozent.

Die EVO investiere 160 Millionen Euro in das Rechenzentrum. Meier: „Auf 7800 Quadratmetern Grundfläche wird eine Brutto-Geschossfläche von 22 000 Quadratmetern entstehen. Vorgesehen sind Räume für 3300 Computer-Schränke.“

Bei der Grundsteinlegung am 20. März habe auch Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir sein Kommen angekündigt. Meier: „Wir hoffen dort auf die Ansiedlung vieler IT-Firmen.“

Ebenfalls weit fortgeschritten sei der Bau des neuen Windparks im Main-Kinzig-Kreis, der gemeinsam mit den Kreiswerken Main-Kinzig für 35 Millionen Euro errichtet wird. Bisher betreibe die EVO 39 Windkraftanlagen. Bis September 2020 sollen auf der Gemarkung von Jossgrund sechs weitere Anlagen dazukommen, die durchschnittlich 50 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom pro Jahr erzeugen. Diese Menge entspreche dem Bedarf von 14 000 Haushalten. Auch wenn es beim Ausbau der Windanlagen derzeit bundesweit hake, setzt die EVO weiter auf diese Technik. Denn, so Meier: „Nur mit Windenergie können wir unsere Klimaziele erreichen.“

VON ACHIM LEDERLE

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