Zahl der Arbeitslosen auch in Offenbach gesunken

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Die Zahl der Arbeitslosen ist im November gegenüber dem Vormonat um 13.000 auf 3,215 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent zurück

Nürnberg/Frankfurt/Offenbach (AP/dpa/ku) ‐ Der Arbeitsmarkt in Deutschland trotzt dank Kurzarbeit weiterhin der Wirtschaftskrise. Die Zahl der Menschen ohne Job sank im November im Vergleich zum Vormonat überraschend und zwar um 13.000 auf 3,215 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mitteilte.

Gemessen an der Krise, am wirtschaftlichen Einbruch reagiert der Arbeitsmarkt relativ robust“, erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Volkswirte hatten mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl gerechnet. „Als Bilanz kann man sagen: Die Rezession hat sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar gemacht, aber ihre Auswirkungen sind weniger stark als befürchtet“, betonte Weise. Als Hauptgründe nannte er neben der Kurzarbeit, die etwa zu einem Viertel entlastend wirke, vor allem Arbeitszeitkonten und den Abbau von Überstunden in den Firmen. Außerdem würden Unternehmer wegen des Fachkräftemangels stärker als erwartet an ihren Mitarbeitern festhalten. „Viele Betriebe horten Fachkräfte und hoffen auf die Zeit nach der Krise, weil sie wissen, dass die Rekrutierungskosten teuer wären“, sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Die Arbeitslosenquote ging im November um 0,1 Prozentpunkt auf 7,6 Prozent zurück. Ohne Änderung der Statistik wäre die Arbeitslosigkeit allerdings um 4.000 gestiegen, denn seit 1. Mai gelten von privaten Vermittlern betreute Jobsuchende nicht mehr als arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg der Menschen ohne Job um 227.000.

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Laut Becker gibt es auch Branchen, die in der Wirtschaftskrise wachsen. „Im verarbeitenden Gewerbe sind im Zuge der Krise 350.000 Jobs verloren gegangen, im Dienstleistungsbereich dagegen bis zu 230.000 neue Stellen entstanden.“ Mitarbeiter gesucht würden in den Branchen Erziehung und Unterricht, Gesundheit und Gastgewerbe. Für das Gesamtjahr geht die Behörde von durchschnittlich einer Million Kurzarbeiter und weniger als 3,5 Millionen Arbeitslosen aus.

Auch in Hessen eine positive Entwicklung

Unbeeindruckt vom schlechten Wetter ist die Arbeitslosigkeit auch in Hessen im November weiter zurückgegangen. Im vorletzten Monat des Jahres waren 195.081 Menschen ohne Job, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt berichtete. Das waren 3.304 (1,7 Prozent) weniger als im Oktober, aber 4.638 (2,4 Prozent) mehr als im November 2008.

Die Arbeitslosenquote sank damit leicht von 6,4 Prozent im Oktober auf 6,3 Prozent. Im Vergleich zum November 2008 liegt die Arbeitslosigkeit weiterhin höher: Vor einem Jahr gab es 4.638 Arbeitslose weniger in Hessen, was einer Quote von 6,1 Prozent entsprach. Damit ist zum fünften Mal in Folge die früher übliche Herbsteintrübung des Arbeitsmarktes ausgeblieben. Die Arbeitsagentur führte unter anderem das anhaltend milde Wetter als Grund an. Die Bau- und Außenberufe könnten einfach weitermachen. Der Arbeitsmarkt werde zusätzlich mit dem Einsatz von Kurzarbeit stabilisiert.

Arbeitslosenzahlen in Offenbach zurückgegangen

Nach wie vor bietet der hessische Arbeitsmarkt Beschäftigungschancen in nahezu allen Berufen, wie die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände mitteilte. Aktuell gebe es etwa 55.000 offene Stellen - erheblich mehr, als bei den Arbeitsagenturen gemeldet.

Auch im Bezirk der Agentur für Arbeit Offenbach ist die Zahl der Erwerbslosen im November erneut zurückgegangen. Insgesamt 13.692 Arbeitslose wurden registriert, wie die Agentur mitteilte. Das seien 2,1 Prozent oder 293 weniger als im Vormonat und 2,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote sei auf 7,8 Prozent gefallen, das seien 0,2 Prozentpunkte weniger als im Oktober. Im November 2008 habe die Quote bei 7,6 Prozent gelegen. In der Hauptagentur Offenbach seien im November 6.831 Menschen arbeitslos gemeldet gewesen, erklärte die Agentur weiter. Damit sei die Arbeitslosenquote auf 11,3 Prozent gegenüber 11,4 Prozent im Vormonat gefallen. Im November des vergangenen Jahres habe sie bei 10,3 Prozent gelegen. In der Geschäftsstelle Rodgau seien 3.980 Arbeitslose registriert worden, berichtete die Agentur. Die Quote sei auf 6,3 Prozent gegenüber 6,5 Prozent im Oktober zurückgegangen. Im November 2008 habe sie 6,6 Prozent betragen.

In der Geschäftsstelle Seligenstadt habe sich die Zahl der arbeitslosen Menschen auf 2 881 verringert. Die Quote sei auf 5,6 Prozent gegenüber 5,8 Prozent im Oktober gefallen. Im November des vergangenen Jahres habe sie bei 5,7 Prozent gelegen.

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